Erhaltung der Kraft.
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assimiliren, als Ammoniak, als Salpetersäure; sie verhalten sich also"wie Pflanzen. Die Pilze und Bacterien, welche Gährungen, Spaltungs-processe, veranlassen (s. unten Vorl. 11), verbrauchen chemische Spann-kraft und entwickeln lebendige Kraft: Wärme und Bewegung, ver-halten sich also wiederum wie Thiere. Sie bilden aber durch Syntheseaus Ammoniak und Zucker Eiweiss, verhalten sich also wiederumwie Pflanzen. In unseren späteren Betrachtungen werden wir sehen,dass in jeder Zelle auch der höchstorganisirten Thiere neben denSpaltungsprocessen auch synthetische Processe verlaufen wie in denPflanzenzellen. In der starren Cellulosehülle jeder Pflanzenzelle be-findet sich ein contractiler Protoplasmaleib, welcher athmet und„active" Bewegungen ausführt wie jedes Thier. In jedem Pflanzen-theile findet Sauerstoffverbrauch und Kohlensäureentwicklung stattwie in jedem Thiere. Nur in den chlorophyllhaltigen Pflanzentheilenwird dieser Oxydationsprocess durch den intensiveren Reductions-process verdeckt. Aber auch dieses geschieht nur, so lange dasSonnenlicht die betreffenden Theile bescheint. Im Dunkeln athmenauch die chlorophyllhaltigen Pflanzentheile wie die Thiere. Diechlorophyllfreien thun es auch im Sonnenlicht.
Der Gegensatz verwischt sich aber noch vollständiger. Esgiebt hochorganisirte phanerogame Pflanzen, sogenannte Schmarotzer-pflanzen, welche chlorophyllfrei sind und sich nur von den organischenSubstanzen nähren, welche andere Pflanzen gebildet haben. DieMonotropa z. B. ist ihrem morphologischen Bau nach eine Pyrolacee,ihrem Stoffwechsel nach ist sie ein Thier.
Auf der anderen Seite giebt es chlorophyllhaltige Thiere. Ge-wisse Würmer (Planarien) und Coelenteraten (Hydra viridis) enthaltenChlorophyllkörner; sie suchen das Sonnenlicht und spalten im LichteSauerstoff ab; im Dunkeln sterben sie bald. }) In neuester Zeit habennun allerdings Geza Entz 2 ) und Kabe Brandt 3 ) gezeigt, dass dieChlorophyllkörper nicht frei in den Gewebseiementen der genanntenThiere enthalten sind, sondern in einzelligen Algen sich befinden,welche als „Symbionten" 4 ) in diesen Thieren leben. Aber die Chloro-
1) P. Geddes, Compt. rend. T. 87. p. 1095. 1878 und Proc. roy. soc. Vol. 28.P- 449. 1879.
2) Geza Entz, Ueber die Natur der „Chlorophyllkörperchen" niederer Thiere(Ungarisch. 25. Febr. 1876. Deutsch im Biolog. Centralblatt. Bd. I. Nr. 21. S. 646.20. Jan. 1882).
3) Kahl Brandt, Verh. d. physiol. Gesellsch. Berlin 1881. 11. Nov. Biolog.Centralblatt. Bd. I. Nr. 17. S. 524. Arch. f. An. u. Physiol. 1882. S. 125. Mittei-lungen a. d. zoolog. Station zu Neapel IV. p. 191. 1883.
4) Unter Symbionten versteht man bekanntlich diejenigen Parasiten, welcheihren Wirth nicht schädigen, sondern ihm nützen und zugleich Nutzen von ihm