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Dritte Vorlesung.
moleculare Bewegung um. Diese giebt den Anstoss zur Umsetzungder chemischen Spannkraft in dem Knallsilber des Zündhütchens inWärme und Licht. Diese geben den Anstoss zur Umsetzung derchemischen Spannkräfte des Schiesspulvers in die lebendige Kraftder herausfliegenden Kugel.
Ausser der Ursache im engeren Sinne und der Veranlassung istfür das Zustandekommen einer bestimmten Wirkung meist noch einDrittes erforderlich, das ich als Bedingung bezeichnen will. Einesolche Bedingung ist in dem letzten Beispiele für das Fortschleu-dern der Kugel die Umgebung derselben von den Wandungen desFlintenlaufes, welche nur nach einer Kichtung einen Ausweg ge-statten. Für das Zustandekommen einer bestimmten Bewegung iststets eine gewisse Constellation der umgebenden Gegenstände einenothwendige Bedingung. Wir haben also dreierlei Ursachen zu unter-scheiden: die Ursache im engeren Sinne, die Veranlassung und dieBedingung.
Bemerken muss ich noch, dass in gewissen ausnahmsweisenFällen zwischen der Veranlassung und der Wirkung Proportionalitätstatthaben kann. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Aufzieheneiner Schleuse. Der bei der Hebung geleisteten Arbeit proportionalist der Querschnitt des fallenden Wasserstrahls und die lebendigeKraft des Wassers. Und dennoch ist das Aufziehen der Schleusenur die Veranlassung zur Umsetzung der Spannkräfte des gestautenWassers in die lebendige Kraft des fallenden.
Denken wir uns eine Anzahl gleicher Gewichte an gleichenFäden aufgehängt, so wird die bei der Durchschneidung der Fädengeleistete Arbeit der Zahl der durchschnittenen Fäden proportionalsein, somit auch proportional der lebendigen Kraft der fallendenGewichte. Und dennoch ist die Durchschneidung nur der Anstoss.
Kehren wir nun zu der Frage zurück, welcher Art der Causal-zusammenhang psychischer und physischer Vorgänge ist.
Der Willensimpuls und die Muskelcontraction stehen zu einanderzweifellos nicht in dem Verhältniss von Ursache und Wirkung im.engeren Sinne. Der Willensimpuls ist nur der Anstoss. Die Ursacheim engeren Sinne sind die chemischen Spannkräfte der Nahrungs-stoffe, die im Muskel verbraucht werden, also umgesetztes Sonnen-licht. Aber auch nicht einmal den directen Anstoss zur Umsetzungder chemischen Spannkräfte in die lebendige Kraft des Muskelsbildet der Willensimpuls. Es ist wahrscheinlich noch eine langeCausalkette von Vorgängen im Gehirn, in der Nervenleitung undim Muskel dazwischen eingeschaltet — ähnlich wie in dem an-geführten Beispiele des Percussionsgewehres.