217
menten besonders dadurch, dass es sich beim Erwärmen des Harnsauflöst; krystallisirtes Alkaliurat kommt sehr selten vor.
Ammoniumurat ist für den ammoniakalisch reagirenden Harncharakteristisch, besteht aus gelb oder braun gefärbten runden,häufig mit stachelförmigen Prismen besetzten und in Folge dessenstechapfelähnlichen, ziemlich grossen Kugeln.
Calciumoxalat kommt als Sediment meist als kleine,glänzende Quadratoctaeder vor, welche bei mikroskopischer Besichti-gung an die Form eines Briefcouvertes erinnern. Die Krystallekönnen etwa mit denen des Tripelpkosphates verwechselt werden,unterscheiden sich aber von diesen durch die Unlöslichkeit in Essig-säure. Calciumoxalsediment kann in sauer, neutral und alkalischreagirendem Harne auftreten.
Tertiäres Calciumphosphat {POijuCag kommt nur im alka-lischen Harne vor, ist stets amorph und bildet ein farbloses, sehrfeines Pulver oder sehr feine Körnchen. Von dem ebenfallsamorphen (sauren) Uratsediment unterscheidet es sich dadurch, dasses ungefärbt ist und sich in verdünnter Essigsäure leicht löst.
Secundäres Calciumphosphat, P0 4 CaH-\- 2 E 2 0, scheidetsich besonders aus schwach saurem oder amorphoterreagirendem Harnaus, wenn er reich an Kalksalzen ist; bildet einzelne oder meist zuDrusen angeordnete Krystalle; manchmal sind dieselben sehr klein.
Tripelphosphat, POiMgiNS^) + 6 H 2 0, ist für den ammonia-kalisch reagirenden Harn besonders charakteristisch, bildet schönegrosse prismatische, glitzernde Krystalle des rhombischen Systems,die stets farblos sind; die „Sargdeckelformen" sind für diesesSediment besonders charakteristisch; es ist in Essigsäure löslich.
Calciumcarbonatsediment kommt nur im alkalisch reagiren-den Harne vor, ist amorph, erscheint meist als ein sandiges Pulvermit hanteiförmigen Aggregaten (sog. Dumbbells), die mit den ähn-lichen Gebilden des Calciumoxalates verwechselt werden können,aber sich von diesen durch die Löslichkeit in Essigsäure unter Auf-brausen unterscheiden.
Für die chemische Untersuchung eines Harnsedimentes, diemeist nur eine qualitative ist, lässt man das betreffende Sedimentam besten in einem Spitzkelch vollständig absitzen; für die Unter-suchung empfiehlt sich das folgende Verfahren. Das fein zerriebeneSediment wird zur Entfernung von noch anhaftender Harnflüssig-