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Vorträge über die Entwicklungsgeschichte der Chemie von Lavoisier bis zur Gegenwart
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Zwölfte Vorlesung.

können auch einbasische Säuren mit neutralen Körpern gepaarteVerbindungen erzeugen; es werden zu diesen eben alle durchSubstitution entstehenden Körper (namentlich Säuren) gerechnet,also Substanzen, welche durch Einwirkung von Chlor, Brom, Jod,Salpetersäure, Schwefelsäure usw. auf organische Materien ge-bildet werden. Die gepaarten Radikale waren demnach, wie wirheute sagen würden, substituierte Radikale; sie umfaßten nochaußerdem die metallhaltigen Atomgruppen, wie Kakodyl usw.Während Gerhardt die Chloressigsäure

C 2 CL0

jjlo, die Pikrinsäure ^(^M 0

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und die Sulfobenzoesäure 7 4 ^ 2 f. 0 2 usw. in diese Klasse

von Körpern zählte, wollten andere Chemiker, wie Mendius 3 ),nur Substanzen der letzten Art gepaart nennen, während wiederAndere, wie Limpricht und Uslar 4 ), fast alle organische Ver-bindungen als in diese Kategorie gehörend angesehen habenwollten; es entspann sich darüber eine Diskussion, welche mitder Einführung der gemischten Typen und dem Verlassen dergepaarten Verbindungen endigte.

Schon Gerhardt hatte die Aminsäuren, welche er in seinemLehrbuche zu den acides conjuges zählt, im Jahre 1853 auf denTypus Ammoniak -f- Wasser bezogen 6 ). Darauf zurückgehend,zugleich aber der Idee eine wesentliche Ausdehnung gebend, zeigtKekule 1857, wie durch die Annahme von gemischten Typendie Scheidung zwischen gepaarten und anderen Verbindungenvollständig unnötig wird 6 ). Die Möglichkeit dieser Hypotheseberuhte auf dem von Williamson 1851 eingeführten Begriffmehrbasischer Radikale; durch diesen ward es verständlich, wiezwei vorher getrennte Moleküle zu einem einzigen vereinigtwerden. Williamson hatte durch die Natur des Radikals S0 2das Zusammentreten von zwei Molekülen Wasser erklärt, wodurchdie kondensierten Typen entstanden; Kekule benutzt diesen

3 ) Ann. der Chem. und Pharm. CHI, 39. 4 ) Ibid. CII, 239. 5 ) Vgl.224. 6 ) Ann. der Chem. und Pharm. CIV, 129.