Elfte Vorlesung.
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willkürlich gewählt, sondern sie sind stets durch dieselbe Artlogischer Schlußfolgerung hervorgerufen. Er hat den denkendenChemikern ein Mittel an die Hand gegeben, die Molekulargrößender Körper auf chemischem Wege zu bestimmen. Von welch all-gemeiner Anwendbarkeit die von ihm entdeckte Methode ist,zeigen uns die schönen Versuche von Gerhardt, den sie zu derDarstellung der gemischten Anhydride führt 41 ), und von Wurtz,der sie mit gleichem Erfolge zur Feststellung der Formeln derAlkoholradikale benutzt 42 ). Auch die Art, wie Friedel undCraf ts 43 ) die Molekulargröße des Kieselsäureäthers bestimmt haben,beruht auf einem Ideengang, welcher den Chemikern erst nach demBekanntwerden der Williamson'schenUntersuchungen klarwurde.Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß Chaneel nur■wenige Monate nach Williamson's Publikation, am 7. Oktober1850, eine Abhandlung veröffentlicht 44 ), in welcher er, durchähnliche Experimente wie jener, zu denselben Resultaten gelangt.Chancel destilliert äthylschwefelsaures Kalium mit Kalium-Äthylat und -Methylat, und erhält so den Äthyl- und den Äthyl-methyläther. Ihm eigentümlich ist die Art, das Molekulargewichtder zweibasischen Säuren festzustellen, obgleich sie im Prinzipmit Williamson's Methode zusammenfällt. Chancel stelltdurch Destillation von äthylschwefelsaurem Kali mit methyl-kohlensaurem oder methyloxalsaurem Kali die Äthylmethylätherder Kohlensäure und Oxalsäure dar. Die Reaktionen werdendurch folgende Geichungen ausgedrückt:
^|> + SO, (=J K =_- C0 8 ( c \
HCH,
+ S0 4 K 2+ S0 4 K 2 .
C0 3 ( c | 2 )K + S0 4 ( c f H jK
Cä0 ^CH 2 ) K + S04 (c!H 4 ) K = C 2 ° 4
Williamson's und Chancel's Versuche waren von dergrößten Bedeutung für die Entwicklung der Wissenschaft, dennunsere heutigen Ansichten beruhen mit auf dem Begriff des chemi-
H
C 2 H 4
HC 2 H 4
41 ) Annales de Chimie et de Phys. (3) XXXVII, 332; Ann. der Chemieu. Pharm. LXXXII, 127; LXXXIII, 112; LXXXVII, 57 und 149. — 42 ) Ann.der Chemie u. Pharm. XCVI, 364. — 43 ) Annales de China, et de Phys. (4)IX. — ») Compt. rend. XXXI, 521.