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Sechste Vorlesung.
so will ich die Resultate dieser Arbeiten hier einschieben, unddann erst mit der Darlegung der Atomgewichtsbestimmungenfortfahren.
Dulong und Petit wiesen durch exakte Versuche nach 24 ),daß die Produkte aus den spezifischen Wärmen von Wismut,Blei, Gold, Platin, Zinn, Silber, Zink, Tellur, Kupfer, Nickel,Eisen, Kobalt und Schwefel in die Atomgewichte dieser Elementenahezu gleich sind und zogen daraus den Schluß, daß dieser Satzauf alle einfachen Körper Anwendung habe und zur genauenBestimmung der Atomgewichte führen könne.
Um das Gesetz aufzustellen, hatten Dulong und Petit dieAtomgewichte der meisten Metalle im Verhältnisse zu dem desSchwefels nur halb so groß festgesetzt, wie sie Berzelius imJahre 1819 angegeben hatte. Für Schwefel nahmen sie wieBerzelius 201 als Atomgewicht an (0 = 100), setzten aber dannFe = 339, während Berzelius 693 adoptiert hatte. Das Atom-gewicht des Silbers war ihrem Gesetze zufolge nur ein Viertelvon der Berzelius'schen Zahl. Bei Tellur und Kobalt kommensie zu noch abweichenderen Resultaten, doch verdienen diese keinZutrauen, da spätere Beobachter (Regnault 25 ) und Kopp 26 )andere, besser stimmende Zahlen gefunden haben.
Ich will bei dieser Gelegenheit anführen, daß Neumann imJahre 1831 gezeigt hat 27 ), daß sich Dulong's und Petit'sGesetz auch auf analog zusammengesetzte Verbindungen aus-dehnen läßt, d. h., daß die spezifischen Wärmen derselben multi-pliziert mit ihrem Äquivalentgewicht (wie N e u m a n n sagt)gleiche Produkte geben. Der Satz wurde namentlich für diekohlensauren und die schwefelsauren Salze bewiesen.
Ehe ich zu Mitscherlich's interessanten Resultaten über-gehe, will ich einige historische Angaben vorausschicken. FürHauy war die Kristallform (Grundgestalt) ein wesentliches Merk-mal zur Bestimmung der Natur eines Körpers, verschiedeneGestalt war für ihn ein Grund, verschiedene Zusammensetzung
S4 ) Annales de Chimie et de Phys. X, 395. — !5 ) Ibid. (2) LXXIII, 5;(3) I, 129; IX, 322 usw. — m ) Ann. der Chem. u. Pharm. Supplement-band III, 291. — 27 ) Pogg. Ann. Phys. Chem. XXIII, 1.