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2 (1896) Carbocyclische und heterocyclische Verbindungen
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Tetrazole.

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22. Tetrazole.

Es sind zwei isomere Reihen von Tetrazolen denkbar, die man als

CH=Nv.

„!> NH und Pyrro-[a,b,b]]-triazole

Pyrro- [a,aj,b] -triazole

"~>nh unterscheiden kann. Die Synthesen bieten meist keinen g-anz

sicheren Anhalt für Beurtheilung der Constitution der Tetrazole. Tetra-zole entstehen: 1) Aus Hydrazidinen (Amidrazonen) (S. 197), wie Benzenvl-hydrazidin (B. 27, 995), Dicyanphenylhydrazin (Bladin, B. 19, 2598), Amido-guanidin (A. 273, 144) mit salpetriger Säure, ähnlich wie die Triazole (S. 506)aus denselben Körpern mit Carbonsäuren:

CN.C=N—NHCßHs CN.C-—Nv

1 + N2O3----------- > I .XC 6 H 5

NHj N=N /

Dicyanphenylhydrazin n-Phenyl-3-cyaiitetrazol.

Ein von dem Pyrro-[a,b,bi]-triazol abzuleitendes Tetrazolderivatentsteht aus Phenylthiosemicarbazid mit N 2 0 3 (B. 28, 74):.

SIC—NH—SHi

I + n 2 o 3 -

NHCßHf,

Phenylthiosemicarbazid

. C 6 H 5 .N----- TSf

n-Pnenvl-5-thiotetrazolin.

2) Aus Amidinen entstehen mit salpetriger Säure sog. Dioxytetrazot-säuren (S. 196), welche bei der Reduction Oxj'tetra zotsäuren und Tetrazot-säuren liefern; die Tetrazotsäuren sind identisch mit Tetrazolen, die nachder ersten Methode gewonnen wurden (A. 263, 101; B. 27, 994):

C ß H 5 .C—NH N 2 0 3 CßlI-,.C=X.XO

NH 2

Benzenylamidin

(?)

N^N.OH

Dioxytetrazotsäure

Benzenj'ltetrazotsäure.c-Phenyltetrazol.

3) Schliesslich werden Tetrazole durch Oxydation geeigneter Tetra-zoliumverhindungen, der Oxydationsproducte von Formazylverbindungen(s. u. und S. 117), erhalten.

Verhalten: Der aus einer Kette von 4 X-Atomen und einemC-Atom zusammengesetzte Tetrazolring zeigt im allgemeinen gleiche Be-ständigkeit wie die stickstoffärmeren Azole und das Pyrrol, z. B. können,wie beim Pyrazol und den Triazolen, n-Phenyltetrazole durch Nitriren inNitrophenyltetrazole und die aus diesen durch Keduction gewonneneAmidophenyltetrazole durch Oxydation in Tetrazole übergeführt werden.Der schwach basische Charakter des Pyrrols ist im Tetrazol durch denEinfluss der N-Atome in den einer starken Säure übergegangen: wennman das Pyrrol mit dem Phenol vergleicht (S. 453) kann man das (Te-trazol dem Trinitrophenol zur Seite stellen. Die Silber- und Kupfersalzeder Tetrazole verpuffen heftig beim Erhitzen.

Tetrazol • - ~ ~>™, Schmp. 156°, sublimirbar, wird durch Behandeln

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des Diazotetrazols (s. u.) mit Alkohol (A. 287, 243), ferner durch Oxydationvon Amidophenyl-tetrazolcarbonsäure, (B. 25, 1412), sowie von Di-p-oxy-diphenyl-tetrazoliumbeta'in (S. 513) mit M11O4K gewonnen. NatriumsalzCN 4 HNa + H 2 0, Baryumsalz (CN 4 H) 2 Ba + 3V 2 H 2 0. Durch Erhitzen mitconc. Salzsäure wird das Tetrazol im C0 2 ,N 2 und 2NH3 zerlegt.

c-Phenjitetrazol, Benzenyltetrazotsäure C(C 6 H 5 )N 4 H, Schmp. 219°u. Z., (A. 263, 107), wird aus Dioxytetrazotsäure oder aus Benzenylhydra-zidin gewonnen; ähnlich entstehen c-Tolyl- und c-Furyltetrazol, Schmp. 234°