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Heterocyclische Verbindungen.
düngen polymerisiren sich zu Derivaten eines sechsgliedrigen Ring'esaus 3 C- und 3 N-Atomen u. s. f. (vgi. auch aromatische Polymerisa-tion S. 26). Drei- und viergliedrige Ringe bilden sich meist nurschwierig und werden leicht gesprengt (S. 440). Ebenso sind diewenigen bekannten siebengliedrigen Ringe (B. 27, 2902; 28, R. 756)unbeständig; hervorzuheben sind als Substanzen, welche sieben-gliedrige Ringe enthalten, das Diphensäureanhydrid und dasDiphenimid (S. 337). Vereinzelt sind auch Verbindung'en bekanntgeworden, in denen heterocyclische Ringe von 8 und mehr Gliedernanzunehmen sind, z. B. die cyclischen Alkylenester der Bernstein-säurereihe (A. 280, 169), das Salicylid und seine Homologen (S. 217)u. a. m.
Eine Betrachtungsweise nach Art der A. v. Baeyer'schen Span-nungstheorie (S. 3), ist durch die verschiedenartige Natur der jeweilig inden Eing eintretenden Heteroatome erschwert. Gewisse Thatsachen könnenallerdings zu Vorstellungen über die räumlichen Beziehungen mancherHeteroatome führen. Das Thiophon, dessen Ring aus vier CH Gruppenund einem S-Atom besteht, gleicht in hohem Maasse dem durch sechsCH Gruppen gebildeten Benzol, das Thiazol, das aus drei CH Gruppen,einem N- und einem S-Atom zusammengesetzt ist, gleicht ebenso demPyridin, welches fünf CH Gruppen und ein N-Atom enthält, es scheintdemnach, dass ein Schwefelatom die zweiwerthige Gruppe _CH=CH_ imBing zu vertreten vermag:
CH CH
CH [j x i CH
CH || IS
CH
1 1 CH
CH ||
ch U™
CH 1 J CH
CH
U ch
rH ll
CH
CH
N
N '
Benzol
Thiophen
Pyridin
Thiazol
Ferner ist es eine fast durchgängige Kegel, dass ein N-Atom eineMethingruppe im Bing ohne wesentliche Lockerung der Bingbindung er-setzt. Denkt man sich eine Methingruppe des Benzols durch N ersetzt,so kommt man zum Pyridin, welches jenem an Kingfestigkeit kaum nach-steht, lässt man die Methingruppe des Pyrrols nach einander durch 1, 2und 3 N-Atome vertreten, so erhält man ebenfalls eine Reihe von Ver-bindungen ähnlicher Kingfestigkeit:
CH=CHI >»H
CiI=CH
CH=
: N
Pyrrol
>NHCH—CH
Pyrazol
CH=
: X
>NHN=^CH
Pyrrodiazol
CH=NI >HH
N X
Tetrazol.
Eine allgemeine Uebersicht über die zahlreichen heterocycli-schen Ring'systeme kann man von zwei Gesichtspunkten aus ge-winnen. Man gelangt zu homologen Reihen, indem man die Ringemit g-leichen Heteroatomen nach wachsender Zahl der C-Gliederzusammenstellt. Es ergeben sich so folgende Reihen von Ringen: