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4 (1908) Nr. 76 - 100
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MH

A. Acarocecidien.

Nr. 76. Eriophyes brevitarsus Fockeu auf Alnus gluti-nosa Gaertn.

Die Gallen erscheinen im Sommer als krümelige,anfangs weissliche, später (im September und Oktober)gelbliche bis rostbraune, fast quadratzentimetergrosseBlattpolster, die aus dichtstehenden starkhöckerigen oderlappigen, kopfförmigen, kurzgestielten Haaren (Trichomenibestehen. Am meisten finden sie sich auf der Blatt-unterseite, deren Fläche sie oft bis auf nur wenige Unter-brechungen ganz bedecken; viel seltener trifft man sieauf der Blattoberseite an. Von dem tiefen Grün desBlattes heben sie sich scharf ab; auf der entgegen-gesetzten Blattseite veranlassen sie beuliges Auftreibenund ein Bleichen des Grüns nach Gelb hin, am Blatt-rande bewerkstelligen sie zuweilen eine mehr oderweniger starke Einbuchtung. Bei zahlreichem Auftretengrenzen viele Flecken so dicht aneinander, dass sie gänz-lich ineinander übergehen und mehrere grössere Flächeneinnehmen.

Schon seit langer Zeit haben die eigenartigen Haar-bildungen an den Erlenblättern die Aufmerksamkeit derForscher auf sich gezogen, aber auch mancherlei Deutungerfahren. Bulliard beschrieb sie im Jahre 1791 inseinemHerbier de France" als Pilz, den er Mucorferrugineus nannte. Auch Persoon hielt in seinerSynopsis fungorum" an der Pilznatur der Galle fest undgab ihr den Namen Erineum alneum. Seit der Zeitwerden die Trichom-Cecidien, welche mehr oder wenigerausgedehnte Haar- oder Filzpolster zeigen, als Erineen-Bildungen bezeichnet. Um eine genauere Untersuchungderselben machten sich in den zwanziger Jahren des