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414 Chemie der tbierischen Flüssigkeiten, Gewebe und Organe.
üterinmilch. Uterinmilch. Unter dieser Bezeichnung versteht man das Secret
eigenthümlicher Drüsen auf der Innenfläche des zweihörnigen Uterusder Wiederkäuer.
Sein Ansehen ist das der Milch oder des Chylus, seine Consistenzrahmähnlich, es ist geruchlos, reagirt schwach sauer (Schlossberger),neutral oder alkalisch (Gamgee) und zeigt unter dem Mikroskop zahl'reiche zellige Elemente. Es enthält ausser Wasser, Albumin, ziem*lieh viel Fett, Extractivstoffe und anorganische Salze. In der AscIh'Phosphorsäure, Kali, Natron, Kalk, eine Spur Chlor und Eisenoxyd.Zucker ist in der Uterinmilch nicht enthalten, dieselbe hat also ausserihrer Farbe und Consistenz von der Milch nur den Namen.
Bildung derMilch.
Bildung der Milch (Milchbereitung).
Wenn wir die Bestandtheile der Milch mit jenen des Blutes vergib'chen und wenn wir namentlich auch die Zusammensetzung der Aschen-bestandtheile beider Flüssigkeiten ins Auge fassen, so ergiebt sich ohneWeiteres, dass von einer Bildung der Milch durch blosse Transsudatwnkeine Rede sein könne. Abgesehen von dem Casein, ist der Milchzuckerder Milch als solcher ausschliesslich eigenthümlich. Derselbe findet sie»nicht nur allein nicht im Blute, sondern ist mit Ausnahme der Milch ii° cl1nirgends im Thierorganismus angetroffen. Die Versuche von Cl. Bernarilehren ausserdem, dass wenn grosse Mengen Rohr- oder Krümelzuckerin das Blut von weiblichen Kaninchen oder Hunden injicirt werdetin der Milch dieser Thiere sich doch immer nur Milchzucker findet'Was die Fette der Milch anbelangt, so wäre ein directer Uebergang der-selben allerdings denkbar, aber er ist wenig wahrscheinlich, da da" 11eigenthümliche osmotische Verhältnisse in den Capillaren der Brust'drüsen angenommen werden müssten, denn von dem im Blute constanvorkommenden Cholesterin findet sich in der Milch nichts, auch sind cUFette des Blutes grösstenteils verseift, die der Milch aber bekanntlicnicht. Endlich erscheint das Fett der Milch von Membranen umschlösse»in Gestalt derMilchkügelchen, die als solche im Blute nicht enthalten si»und auch, wenn sie darin enthalten wären, wohl kaum durch die Gefässwäntranssudiren könnten. Die Entstehung der Milchkügelchen in der Drü sist übrigens von den Histologen bereits nachgewiesen. Nach Allem kanes daher als aasgemacht gelten, dass die Milch als solche erst in den B ruSdrüsen gebildet wird. Durch welche chemische Vorgänge dieses abgeschieht und welche Factoren von Seite der Drüse dabei in Wirkung trete iist noch gänzlich unaufgeklärt. Die auffallende Uebereinstimmung, wel°sich in der Zusammensetzung der Milchasche und jener der Blutkörp 6chen zu erkennen giebt, deutet daraufhin, dass das Material zur M"
bildung, wofern dabei das Blut in Frage kommt, hauptsächlich von
den
Blutkörperchen geliefert werde, doch sind auch dafür andere Anhalpunkte nicht gegeben.