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3 (1867) Lehrbuch der physiologischen Chemie
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Gewebsbildner. Cellulose. 171

Organische Bestandteile.

Literatur: Odier: Mein, de la aoc. d'hist. nat. de Paris. 1833. T. I, p. 29.

C. Schmidt: Zur vergl. Physiologie der Wirbellosen. 1845. S. 34. Schloss-h «ger: Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. XCVII1, S. 105. 115. 6. Städeler:Ann. d. Chem. u. Pharm. S. 21. Berthelot: Journ. de Physiol. T. II, p. 577.

Lücke: Arch. f. path. Anat. Bd. XIX, S. 189.

Cellulose.

Empirisohe Formel: C ]2 H 10 Oio.

Die Cellulose besitzt je nach den Stoffen, aus denen sie dargestellt wurde, ein Cellulose.^weichendes äusseres Ansehen und kommt mit dem Chitin darin nberein, dass sieso wie dieses im gereinigten Zustande gewöhnlich noch die Form des Gewebes zeigt,w elches zu ihrer Bereitung diente.

Im Allgemeinen ist die rein dargestellte Cellulose weiss, geschmack- und ge-rnchlos, unlöslich in Wasser, Alkohol, Aether, fetten und flüchtigen Oden, ver-gönnten Säuren und Alkalien. Bei der trocknen Destillation giebt sie saure De-sli| iationsproducte. Durch Kochen mit Schwefelsäure geht sie in Traubenzucker'' ber - Salpetersäure erzeugt explodirende Nitrokörper, Jod färbt die CelluloseTl °lettblau.

Vorkommen. Die Cellulose, wie bekannt im Pflanzenreiche von Vorkomme«.all gemeiner Verbreitung, wurde im Thierreiche bisher nur auf den unter-sten Stufen desselben aufgefunden. Bisher wurde sie im Mantel derPlla llusia mammillaris, in der knorpeligen Hülle der einfachenMidien, in dem lederartigen Mantel der Cynthien, endlich imäusseren Rohre der Salpen nachgewiesen. Nach den Untersuchungenv °n Löwig und Kölliker scheint das Vorkommen der Cellulose bei den"bellosen auf die Tunioaten beschränkt zu sein.

Ueher den Ursprung und die sonstigen physiologisch-chemischen^Ziehungen der Cellulose im Thierreiche sind wir vollständig im Dunkeln.

''aramylorr O 12 H,O 10 . Der Cellulose reiht sich am ungezwungensten ein Paramylon.

anderes Kohlehydrat, das Paramylon, an, welches in einer Infusorienspecies:

ftu 8lena viridis, vorkommt, die von Siebold zu den Thieren zählt. DieseThiere

galten eine grosse Anzahl von kleinen Körnern, welche beim Zerdrücken unter

em Mikroskop reichlieh austreten, ohne dass sie untereinander zusammenhängen.

p cl > ihrer Isolirung und Reinigung stellen diese Körner einen stärkeähnlichen

or POr dar, der unlöslich in Wasser, in verdünnten Säuren und in Ammoniak,

0S| '? 1 ' aber i verdünntem Kali ist, aus welcher Lösung er durch Salzsäure als

pall sirende Gallerte ausgeschieden wird. Von der Stärke unterscheidet sich da,

f «5mylon namentlich auch dadurch, dass es beim Kochen mit verdünnter Schwe-

* s:,lll 'e keinen Zucker liefert, und durch Jod nicht blau gefärbt wird.

___ L 'teratur: C. Schmidt: Zur vergl. Physiol. der Wirbellosen 1845. S. 62.Lowi g n. Kölliker: Ann. des scienc. nat, 1846. T. V, p. 194. Gottheb:

Ann. d.

Chem. und Pharm. Bd. LXXV, S. 51.