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3 (1867) Lehrbuch der physiologischen Chemie
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170
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Abstam-mung.

170 Zweiter Abschnitt. Chem. Bestandteile d. Thierkörpers.

aber auch noch bei anderen wirbellosen Thieren vorhanden und vorKurzem hat Lücke gezeigt, dass die Mutterblasen der Echinococcen auseiner dem Chitin in Eigenschaften und Zusammensetzung mindestens sehrähnlichen Substanz bestellen.

Zuatandcim Zustände im Organismus. Das Chitin ist Gewebsbestandthe«

und trägt als solches zur Eigenartigkeit der betreffenden Gewebe <\'^Meiste bei, was sich zur Genüge daraus ergiebt, dass durch die ReindanStellung des Chitins nicht selten die Form der Thiere oder einzelner Organe ganz gut erhalten bleibt.

Abstammung. Ueber die Art der Bildung des Chitins im Org»'nismus vom chemischen Standpunkte wissen wir nichts Positives. Stä'deler hat nachgewiesen, dass bei der Zersetzung des Chitins durchSchwefelsäure Traubenzucker und Ammoniak gebildet werden. Nimmtman nun an, was mindestens sehr wahrscheinlich ist, dass das Ammoniakdabei als secundäres Zersetzungsproduct auftritt, so spaltet sich das ChitJ"durch Behandlung mit Säuren in ein Kohlehydrat und in einen Stickstoff'haltigen Körper. Stadel er hat darauf aufmerksam gemacht, dass mftg'licherweise der Vorgang durch nachstehende Formelgleichung ausgcdrückt wäre :

C 8 H 15 N 0 12 + 4 HO = C 12 H ]2 0 ]2 + CH 7 N 0 4Chitin Zucker

wobei C 6 H 7 N0 4 Lactamid, Alanin oder Sarkosin bedeuten könnte. Nahm 6man an, dass der Stickstoff in der Form von Lactamid austrete, s"würde die Bildung der Chitinpanzer, wenigstens bei den Crustaceen, sichohne Schwierigkeit erklären lassen. Dass in dem Magensafte der niederen Thiere ebensowohl Milchsäure vorkommt wie in dem der höheren'glaubt Stadel er bei der grossen Verbreitung dieser Säure annehmen z "dürfen und weist darauf hin, dass zur Zeit der Neubildung der Panze''die vorhandenen Kalkconcretioncn, die sogenannten Krebssteine, in de"Magen gelangen. Dabei würde milchsaurer Kalk entstehen. Zugleichmacht Stadel er auf die Ammoniakentwickelung bei Krebsen aufmerksamNimmt man nun an, dass während des Neubildungsprocessos, der ohn eZweifel mit der Ausscheidung von Proteinstoffen, die man in alle 11Chitingeweben findet, beginnt, ein Kohlehydrat, milchsaurer Kalk undkohlensaures Ammoniak zusammentreffen, so würde sich unter Ablagerungvon kohlensaurem Kalk milchsaures Ammoniak bilden müssen, und unte 1 'Vereinigung desselben mit dem Kohlehydrat könnte unter Austritt von Wa s 'ser das Chitin entstehen. Es versteht sich übrigens von selbst, dass all eSdiess nur Hypothesen sind, die zum Theil auf sehr schwankender Grund'läge ruhen und von ihrem Autor selbst nicht für mein- angesehen werde"'

Ueber die Umwandlungen des Chitins sowie über seinen A« s 'tritt wissen wir ebenfalls nichts. _ ,

Die physiologische Bedeutung des Chitins ist eine ähnlichwie die des Horngewebes.