Allgemeine chemische Biostatik. 47
Thierorganismus stattfinden können, wie denn die Fettbildung aus Kohle-hydraten ein solcher wäre — und anderseits, dass man sich diesenVerbrennungsprocess nicht als einen derartigen denken darf, der dieGewebe und Organe unmittelbar in Kohlensäure, Wasser, Ammoniakund Schwefelsäure verwandelt. Auch müssen wir uns davor hüten, inder Einwirkung des Sauerstoffs, indem wir die Analogie mit dem Ver-brennungsprocesse festhalten, — etwas dem Leben Feindliches zu sehen,denn wenn es auch richtig ist, dass der Sauerstoff die Ursache derRückbildung oder des Zerfalls ist, so müssen wir uns dabei daran er-innern, dass ohne einen solchen das Leben überhaupt nicht denkbar ist,mdem sein Wesen ja gerade in einer fortwährenden Verjüngung, inWechsel von Stoff und Form in den einzelnen Theilen, während die all-gemeine Gestalt dieselbe bleibt, besteht, und ganz abgesehen davon dieBildung mancher Gewebe selbst nur unter der Mitwirkung des Sauerstoffsv °r sich geht. Ein Blick auf die Zusammensetzung des Albumins und* leischfibrins einerseits und auf jene des leimgebenden Gewebes und derHornsubstanz zeigt, dass diese Stoffe aus Albumin nur durch Austrittv °n Kohlenstoff entstehen können, dass sonach bei ihrer Bildung derSauerstoff wesentlich betheiligt ist.
So wie demnach der Chemismus des Pflanzenlebens als ein synthe- Das Pflan-tischer, und zwar als ein Reductionsprocess erscheint, indem sich ^nthc-«- ° mdabei fortwährend Sauerstoff von den Bestandteilen der Pflanzennahrung BOhe * uml
trennt, aus welcher sich die Pflanze ihren Leib aufbaut ____
übrigens Oxydationsvorgänge von secundärer Bedeutung dabei ausge-schlossen sind — ebenso erscheint der Chemismus des Thierlebens in sohernnds emen allgemeinen grossen Umrissen als ein analytischer und zwar data!als ein grossartiger Oxydationsprocess, in Folge dessen die der "o^Äi-Rückbildung verfallenen Bestandteile der thierischen Organe und Üe- J^JWebe zu Kohlensäure, Wasser und Ammoniak verbrannt, und in dieser*orm oder in der gleichwerthigen der Kohlensäure, des Wassers undles Harnstoffs aus dem Körper entfernt werden, wobei aber neben diesemvorwiegenden Oxydationsprocesse Spaltungsvorgänge und auch wohle ductionen einhergehen können.
Wir haben bisher von der Bückbildung der Organe und Gewebenur insofern gesprochen, als es sich dabei um ihre organischen Bestand-teile handelte. Allein Gewebe und Organe entstehen nicht ohne Mit-wirkung anorganischer Stoffe und es müssen daher auch bei dem Zerfallderselben die letzteren betheiligt sein; in der That lehrt die Erfahrung,ag s diese anorganischen Salze ebenfalls den Gesetzen des Stoffwechselsunterworfen sind, dass sie nicht nur allein den (iewcbsbildnern bei der^ntwickelung, sondern auch den Auswurfsstoffen bei der Rückbildung folgen.
Im ungestörten Gleichgewichtszustände des thierischen Organismus A " •tritt eine dem Gehalte der Speisen und des Futters an Alkalien, alkalisehen Erden, Eisen, Phosphorsäure und Chlor äquivalente Menge dieser Äl.ötofle wieder aus; denn wäre das nicht der Fall, so müsste eine An- ^ft
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