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menschen das Leben. Welchen Begriff verbinden nun die Ge-lehrten mit dem Ausdrucke Lebenskraft? — Unmöglich dochden des Lebens selbst; dieses würde ja eine zwecklose, weileher zu Begriffsverwirrung als zu Begriffsaufhellung führendeWortverlauschungsein. Ich erinnere mich auch nicht, irgendwogelesen oder gehört zu haben, dass der Ausdruck Lebens-kraft bestimmt als blosses Tauschwort für den allgemein ver-ständlichen und bekannten Ausdruck Leben angegeben wäre:also bin ich der Meinung, die Gelehrten verbinden mit denWörtern Leben und Lebenskraft unterschiedene Begriffe. Die-ses vorausgesetzt, kann Lebenskraft für mich nichts anderessein als die Ursache des Lebens, also nichts als ein blosseslleischwesen des Verstandes, und der Obersatz des Schlusses,der mich zur Annahme derselben bestimmen könnte, würdeJaulen: Alle Dinge müssen ihre Ursache haben.
Dieses Urtheil kann nun sein, entweder ein durch Er-fahrung erworbenes, und in solchem Falle wird ihm wol keine.Sicherheit und Allgemeinheit zugestanden werden können, dennwahrlich! unsere Erfahrung ist in diesem Blinkte höchst un-vollkommen, wir kennen von gar vielen Dingen die Ursachenicht; oder das Urtheil ist ein in unserm Verstände notwen-dig begründetes, welches die Alten ein angeborenes nannten.In diesem Falle würden wir gezwungen sein, für und für alsozu urtheilen: die Ursache des Lebens, Lebenskraft genannt,müssle auch ihre Ursache haben, diese Ursache wieder dieihre, und so müssten wir bis zur Gottheit hinaufgehen; ja esbliebe uns nicht einmahl die Gottheit, sondern wir müsstenins Unendliche mit unsern Urtheilen und Schlüssen fortlaufen;es würde unserm Verstände eben so wenig möglich sein, einenBuhepunkt zu linden, als es unserm an Raum und Zeil ge-bundenen sinnlichen Vorstellungsvermögen möglich ist, sichetwas ausser dem Räume und der Zeit zu denken. Mir scheintes also klüger zu sein, bei dem Leben, bei dem zwar wesent-lich Unerkannten, aber im Bewusslsein Wirklichen stehen zubleiben, als Jens ei t desselben noch ein phantastisches Etwaswillkürlich hinzustellen.
Was die künstliche Körpermaschine betrifft, so verkenneich keinesweges den Fleiss unserer Anatomen und Bhysiologen,