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Krankheiten des Nervensystems.
dann, wenn die gelähmte Extremität aufgedunsen und wie marmorirterscheint, sind von grossem Nutzen.
In veralteten Fällen und bei allgemeiner Schlaffheit der Muscu-latur empfehlen Berthold und Seiche die Verbindung der Bädermit der Inductionselectricität, wovon sie glänzende Erfolge ge-sehen haben.
Seiche (Medicinisches Jahrbuch der Thermalquellen zu Teplitz.Schönau. 1855.) theilt einen Fall mit, wo eine vollkommene Blasen-lähmung bei einem 71jährigen Manne, die nach einer heftigen Erkäl-tung und sehr langem Zurückhalten des Urins während einer Reiseentstanden war, nach sechswöche.ntlichem Gebrauche der Thermalbäder,wobei die Douche angewandt und jeden dritten Tag der Inductions-apparat in Gebrauch gezogen wurde, vollständig geheilt ward. —Berthold sah eine Incontinentia urinae, die sich nach der Entbin-dung entwickelt hatte und schon sieben Wochen bestand, durch dieBäder und Anwendung des Inductionsapparates zi-emlich raschschwinden.
In denselben Fällen sind auch die Bäder in Wiesbaden (s.
S. 52) zu empfehlen, nebst periodischer Application trockner Schröpf-kopfe und der Douche.
Auch die kohlensaure Gasdouche und Gasdampfdo uch ein JVIelnberg (s. S. 486) zeigt sich in Lähmungen einzelner Ner-venäste oft von trefflicher Wirkung, besonders bei denen der Ge-sichtsnerven.
Eine 70jährige Frau, erzählt Piderit (Gräfe und Kaliseh:Jahrbücher für Deutschlands Heilquellen und Seebäder. 1838.), wurdein Folge einer Erkältung plötzlich von einer rheumatischen Lähmungder linken Gesichtshälfte befallen. Der Mund war wie nach einemapoplectischen Anfalle verzogen, die Wangenmuskeln und der M. or-bicularis des linken Auges gelähmt. Durch diaphoretische Mittel undEinreibungen mit flüchtigen und reizenden Salben wurde das Uebelgebessert, es blieb aber eine Atonie der Muskeln und ein verzogenesGesiebt zurück, welche durch Anwendung der Gas- und Gasdampf-douche nebst 15 Schwefelschlammbädern in Meinberg vollständigund gründlich geheilt wurden.
Analog wirken die Gasbäder in I*InmIii«,«'ii. Die Mengedes beim jedesmaligen Steigen des Sprudels auf die Oberfläche ge-langten freien kohlensauren Gases beträgt gegen 40 bis 50 Cubikfuss.Diese Gasmenge wird durch einen die Decke der Sprudeleinfassungbildenden (hebbaren) Gasometer aufbewahrt, und mittelst einer senk-recht auf dem Strudel stehendem, nach oben geöffneten Röhre durch