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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Hypochondrie.

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einer viertel bis halben Stunde, die eine Ableitung von den oberenTheilen nach der Beckenhöhle bewirken, so wie Douchen auf dasKreuz, ferner kalte Waschungen und Abreibungen, denen man inmanchen Fällen Einwickelungen in die wollene Decke, um Schweisszu erzeugen, vorhergehen lässt, beseitigen nicht nur die lästigen Ver-dauungsbeschwerden, sondern rufen auch kritische (?) Erscheinungenhervor, wie Haemorrhoidalblutungen, Durchfälle, Hautausschläge,Furunkel u. dgl.

Sehr bald pflegt sich dann eine günstige Veränderung und Er-leichterung einzustellen, indem eine grössere Menge von Speisenvertragen jivird und Diätfehler weit geringere nachtheilige Folgenherbeiführen; dazu trägt der systematische Genuss des kalten Was-sers und die geregelte Lebensweise in Betreff der Mahlzeiten, sodass stets ein richtiges Verhältniss zwischen Ruhe und Thätigkeitder Verdaudngsorgane unterhalten wird, wesentlich bei.

Was die Seebäder anbelangt, so bedingen sie ebenfalls einentief eingreifenden Wechsel in den Zuständen des Organismus; dieWärme, welche dein Körper entzogen wird, rnuss durch regeresVonstattengehen aller Functionen, durch beträchtlichen Umsatz vonStoffen ersetzt werden: daher gesteigertes Nahrungsbedürfniss, ge-steigerte Thätigkeit des Digestionsapparats, vermehrte Gallenabson-derung, die sich durch geregelten Stuhlgang kundgiebt.Der Wel-lenschlag fordert aber zu einer zweckentsprechenden Muskelthä-tigkeit auf, ist mithin ein gymnastisches Heilmittel; gleichzeitig wirkt<r aber durch den kräftigen Reiz auf die ganze Körperoberflächeund durch die allgemeine Aufregung des Nervensystems. Viel Ge-wicht ist aber auch auf den Aufenthalt an der Meeresküste, die Wir-kung der erfrischenden, reinen Luft, den Eindruck, welchen das im-posante Schauspiel der majestätischen, unermesslichen Wassermässeund die tausendfältigen, stets wechselnden Erscheinungen auf denKranken ausüben, zu legen. Man wähle daher ein Bad, wo dieWohnungen nicht zu entfernt vom Strande liegen und wo die Wir-kung des Bades durch fleissige körperliche Bewegung unterstütztwerden kann.

Die Herbstbäder sind den Sommerbädern deshalb vorzuzie-hen, weil im Herbste das Meer bewegter, die Stürme häufiger, derWellenschlag energischer ist, im Sommer dagegen sowohl durch dielängere Dauer des Bades, als auch durch die hohe Temperatur derLuft die kräftigende Erregung der peripherischen Theile verlorengeht. Im Herbst, wo die Temperatur der Luft niedriger, die Diffe-