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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Nervensystems.

weit und die reine kräftigende Luft ihren wohlthätigen Einfluss aufden geschwächten Organismus und den deprimirten Gemüthszustandäussert, oder die reinen Stahlwasser von Schwalbach, Spa, Alt-wasser, Driburg, Pyrmont nützlich erweisen. Solche Krankesende man im Herbst in ein Seebad (s. über die Gebrauchsweiseund Diät S. 172).

e. Bei sehr torpiden aber kräftigen Individuen, wo eine zugrosse Erschöpfung, die nach kalten Bädern in Folge der bedeuten-den Beschleunigung des Stoffwechsels erfolgt, nicht zu befürchtensteht, die Verdauungsorgane aber so geschwächt sind, dass Mineral-wasser, eine Molken- oder Weintraubenkur nicht vertragen undkaum die zur Erhaltung nöthigen Nahrungsmittel digerirt werden,wirken die Kaltwasserkuren und die Seebäder sehr wohl-thätig.

Allerdings ist die streng geordnete Lebensweise und eigenthüm-liche Diät in Wasserheilanstalten, die den Geist nicht anstrengendeBeschäftigung, die fast alle Zeit in Anspruch nehmende Kur, welchekeine Müsse lässt, durch psychische Intention und Selbstbeschauungkrankhalte Empfindungen in den verschiedensten Körpertheilen zuwecken, hier mit in Anschlag zu bringen; allein ein sehr wesent-licher Antheil an den oft glänzenden Erfolgen ist doch dem kaltenWasser nicht abzusprechen, welche* die Ausscheidungen in hohemGrade befördert, die Stoffmetamorphose begünstigt, einen rascherenWechsel der Bestandtheile im Organismus herbeiführt und somit inden Fällen Nutzen leistet, wo die krankhaften Zustände auf eine zugeringe Energie im Stoffumsatze beruhen.

Bei grösserer Aufnahme des Wassers werden nämlich dem Kör-per auch mehr feste Bestandtheile durch die einsprechend grössereWasserausscheidung in den verschiedenen Secretionen entzogen; da-durch erfährt die Aufnahme von Nahrungsmitteln eine beträchtlicheSteigerung, indem nun grössere Mengen von Nahritngsstoff vertragenund assimilirt und gleichzeitig mannigfache Anomalieen der Ernäh-rung beseitigt, werden.

Die Vielseitigkeit der Wirkungen der Wasserkur und die Man-nigfaltigkeit der einzelnen Formen der Anwendung des Wassers ver-leiht der Kur einen besonderen Werth, indem sie dem Arzte nichtnur gestattet, auf das Grundleiden einzuwirken, sondern auch diesymptomatischen Beschwerden zu erleichtern, die meistens in hohemGrade lästig sind und oft die bedenklichsten Zufälle veranlassen.

Kalte Sitzbäder von 8° bis 12° und 16* R. und einer Dauer von