IV. Krankheiten der weiblichen Geschlechts-organe.
1. Anschwellung und Verhärtung des Scheidentheilsdes Uterus.
Wir begegnen oft beim weiblichen Geschlechte einer chronischenAnschoppung im Gewebe des Uterus, die Folge einer entzündlichenReizung ist und bei längerem Bestehen zur Verdichtung des Paren-chyms und Hypertrophie Veranlassung giebt. Meistens besteht je-doch dieses Leiden nicht allein, sondern ist von anderen Krankheits-erscheinungen begleitet, die entweder von Störungen in den Functio-nen der Unterleibsorgane selbst, wie z. B. Haemorrhoidalleiden undderen Folgen, von Abdominalplethora abhängig sind oder von einerzu Grunde liegenden Dyscrasie, wie Scrophulosis, Arthritis u. s. w.herrühren.
Dieser krankhafte Zustand wird besonders im Beginne, wennnur eine einfache Hyperaemie vorhanden ist, zum grossen Nachtheileder Kranken verkannt und die Behandlung beschränkt sich auf einsymptomatisches Verfahren gegen die hysterischen und dyspeptischenBeschwerden.
Wenn aber Frauen über derartige Zufälle klagen, so ist es diePflicht des Arztes, um zu einer sicheren Diagnose zu gelangen, einesorgfältige Untersuchung des Uterus mittelst Touchirens und desSpeculums vorzunehmen. Die Scheidenportion und der Mutterhalszeigt sich dunkelroth, von Blut strotzend, vergrössert, erweitert, istdem Beckenausgänge näher gerückt, schmerzlos oder schmerzhaft