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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Digestionsapparats.

frisch gegrabene Moor wird in Berührung mit der atmosphärischenLuft oxydirt und dadurch allmälig umgeändert. Die Schwefelmetallegehen nach und nach in Sulphate über; da aber das Schwefeleisenso viel Schwefel enthält, dass, wenn dieser zu Schwefelsäure oxy-dirt wird, doppelt so viel Schwefelsäure entsteht, als das zu Oxydulveränderte Eisen sättigen kann, so erklärt sich leicht das Vorherr-schen der Schwefelsäure im Moor. Die Humussubstanzen nehmenSauerstoff auf, machen eine Reihe von Processen durch, bis sie end-lich in Kohlensäure und Wasser zerfallen, auch die Pflanzenüber-reste werden durch den Sauerstoff der Luft langsam in Kohlensäureund Wasser zersetzt und verschwinden vollständig. Auf diese Weisewird der Moor mit zunehmendem Alter immer reicher an Mineral-stoffen.

Der für den Badegebrauch des nächsten Jahres bestimmte Moorwird daher im September ausgehoben, auf Halden aufgeschichtet,und bleibt den Winter hindurch der atmosphärischen Luft ausgesetzt.Vor seiner Verwendung im Frühjahre wird er noch einmal umgear-beitet, von etwa noch vorhandenen gröberen Bestandtheilen, Wur-zeln und Aestchen sorgfältig gereinigt und zerkleinert. Die Er-hitzung geschieht mittelst der Dämpfe der Luisenquell e, welchedurch den, in einer grossen, 54 Eimer fassenden, Tonne befindlichen,für den Tagesgebrauch erforderlichen Moor geleitet werden. Mit-telst dieser Dämpfe wird der Moor binnen einer Viertelstunde aufdie Temperatur von 80° R. gebracht. Die mit kleinen Räderchenversehene Moorbadewanne, in welcher sich bereits etwas frischeMoorerde befindet, wird sodann unter jene Tonne gebracht, die-thige Quantität Moor in dieselbe abgelassen und unter fortgesetztemUmrühren dem Gemenge so viel frischgeschöpftes Wasser der Lui-senquelle zugegossen, als nöthig ist, um die vorgeschriebene Con-sistenz und Temperatur zu erhalten.

Bei schwächlichen, zarten, sensiblen Kranken lasse man mitdünnflüssigen Bädern beginnen; die Dauer darf nie unter 15 Mi-nuten betragen, entweder werden sie abwechselnd einen Tag umden anderen, mit Luisenbädern abwechselnd, oder täglich verordnet.Die Temperatur richtet sich nach der Constitution der Kranken.

In Marienbad befinden sich zwei Moorlager, das eine in derNähe der Marienquelle, das andere eine Meile nördlich von Ma-rienbad. Der Schlamm gehört weder zu der Gattung des Kohlen-mineralschlamnies, noch zu der des Schwefel- und Eisenmineral-schlammes, sondern vereinigt seinen Mischungsverhältnissen nach alle