Druckschrift 
Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
Entstehung
Seite
381
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Hypertrophie der Leber.

881

muri abermals auf ähnliche Höhlungen, aus welchen das Wasser mitnoch grösserer Gewalt hervorströmte und deren Sohle aus einerdritten Kalkrinde, bestand. Als auch diese durchbrochen worden,entdeckte man einen grossen Wasserbehälter, den sogenannten Spru-delkessel. Die Kalkrinden bestanden aus einem theils alabaster-weissen, tlieils brannrandigen Steine, -welcher Sprudelst ei n genanntwurde. Die drei Schichten desselben liegen so übereinander., dasssie ungleiche, durch Zwischenwände getrennte Räume bilden; in demKessel kochte das Wasser mit heftigem Brausen, es entwickelten sichsehr heisse, dichte Dämpfe. Die ganze Stadt steht auf dieser Spru-delschale und wo man diese durchbricht, quillt warmes Wasser mitHeftigkeit hervor. Der Sprudel ist nun eine solche Oefthung desKessels, aus welcher das Wasser in Absätzen hervorgetrieben wird,weil Luft und Wasser abwechselnd mit einander ausströmen. Dieobersten Theile des Kessels füllen sich nämlich mit kohlensaurem(läse an, weiches sich aus dem heissen Wasser in desto grössererMenge entwickelt, je mehr der Druck, unter dem es steht, sich min-dert; das freie (ras sammelt sich im oberen Theile der Höhlung anund drückt, bei allmälig zunehmender Menge, endlich den Wasser-spiegel so tief herunter, dass es Gelegenheit erhält, durch denselbenCanal zu entweichen, so dass dann Wasser und Gas wechselsweisemit IM bis 19 Absätzen in einer Minute hervorgestossen werden. .In der Nähe des Sprudeis befindet sich die erst seit dem Anfangeder zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts entstandene Hygieä-Quelle. Das ganze Thal, in welchem die Tepel Messt, besteht ausGranit'.

Der Kurort liegt 1150 Fuss über dem Niveau des Meeres, undda der Thalkessel gegen Norden nicht durch Berge geschlossen ist,so herrschen die Nordwinde vor und bewirken oft einen plötzlichenWechsel der Temperatur. Der Kranke hat daher auf diesen Um-stand wohl zu achten, und der Arzt möge nicht unterlassen, ihm einewarme Kleidung anzuempfehlen und vor dem zu langen Aufenthaltin der Abendluft zu warnen.

Sämmlliche Quellen unterscheiden sich in Betreff der Quantitätund Beschaffenheit der festen Bestandteile durchaus nicht von ein-ander, sondern durch den höheren oder niederen Wärmegrad.Aus diesem Grunde sind sie auch arzneilich der llauptwirkung nachnicht wesentlich von einander verschieden, dagegen greifen die wär-meren weit stärker ein und ist daher auf die Constitution der Kran-ken bei Verordnung der einzelnen Quellen wohl einige Rücksicht zu