.'554
Krankheiten des Digestionsapparats.
des Unterleibes herausstellt, leiten lassen, als durch die subjectivenErscheinungen, am wenigsten aber auf die gesunkene Reproductiondes Kranken Rücksicht nehmen. Die subjectiven Symptome pflegennicht von denen abzuweichen, die den einfachen Catarrh der Magen-und Duodenalschleinihauf begleiten: die Kranken klagen über dyspep-tisclie Zufälle der mannigfachsten Art: Uebelkeit, Erbrechen, Säure-bildung, Sodbrennen, Flatulenz, colikartige Schmerzen, heilige GastrO-dynie; Verstopfung wechselt mit Durchfällen. Eingenommenheit desKopfes, hypochondrische Gemüthsstimmung ist vorhanden u. s. w. Dadie Ernährung schlecht von Statten geht, so sehen solche Krankebleich aus, klagen über grosse Schwäche, Hinfälligkeit, sind oft imhöchsten Grade abgemagert; dadurch darf,man sich aber nicht ab-halten lassen, ihnen stark auflösende Mineralwässer, wie die Ther-men von Karlsbad oder die Quellen in Kissingen, Homburgzu empfehlen; ich habe bei solchen Kranken, bei denen, weil sie fürIndividuen mit zarter, schwächlicher Constitution gehalten wurden,mehrere Aerzte den Gebmach der Karlsbader Thermen für contra-indicirt wähnten und Eisenwasser empfahlen, nach einer mehr-wöchentlichen Kur, mit Abnahme der Störungen in der Digestion,auch die Kräfte wieder zunehmen und die Reproduction sich liebensehen. Dagegen führten Stahlwasser stets eine Verschlimmerung desZuStandes herbei.
Wenn sich die Magenaffection zu einer Plethora abdominalishinzugesellt hat oder gleichzeitig eine Anschwellung der Leber vor-handen ist, sind die gegen jene Zustände empfohlenen Quellen inGebrauch zu ziehen.
3. Das perforirende Magengeschwür.
Heim perforirenden Magengeschwür sind alle scharfen und rei-zenden Speisen zu untersagen und nur milde, reizmildernde. Stollezu gestatten. Mit Erfolg wird die Milchkur verordnet in einer ge-sunden kräftigenden Luft, z.H. in Reichenau, Ischl, Achsel*mannstein, Kreuth, Interlaken u. s. w. Man bisst nur Kuh-milch gebrauchen. Oppolzer giebt der sauren Milch den Vorzugvor der süssen und selbst vor der Buttermilch, weil bei jener derKäsestoff sehr fein vertheilt ist, und daher Leichter verdaut wird.Manche Kranke nehmen die saure Milch lieber als Gerinnseif andereziehen es vor, das Gerinnsel in kaltem Wasser aufzulösen oder alsGetränk zu gemessen.