Krankheiten der Lungen.
Jedoch wird die Ziegenmolke von vielen Kranken nicht gut vertra-gen und es wäre daher sehr wünschenswerth, wenn in allen Molken-anstalten alle drei Arten von Molken bereitet würden.
Gute Molken müssen neutral oder höchstens schwach sauer rea-giren und dürfen nur Spuren von Fett enthalten.
Sie bieten dem Körper alles dar, was ihm die Milch giebt, mitAusnahme der stickstoffhaltigen plastischen Bestandtheile, der Butterunil eines leicht ersetzbaren Bestandtheils der Salze, bilden mithineine Verbindung eines stickstofffreien Nahrungsbestandtheils mit denSalzen der animalischen stickstoffhaltigen Kost. Durch den Wasser-gehalt werden aber alle Secretionen vermehrt und somit die Stoff-metamorphose auf eine nicht eingreifende stürmische Weise beschleu-nigt. Besonders wird die Ilarnsecretion in hohem Grade gesteigert,was dem reichen Zuckergehalt der Molken zugeschrieben werdenmuss. Wird der Zucker nicht rasch resorbirt, geht er zum Theil alssolcher in den Darmkanal über, so wird er hier eine vermehrteWasserausscheidung hervorrufen und auf diese Weise ist die purgi-rende Wirkung der Molken zu erklären. Im entgegengesetzten Falleaber, wo er als solcher zum Theil in's Blut gelangt, wird er demKörper Wasser entziehen und eine momentane Polyurie hervorrufen;alsdann führen die Molken nicht ab.
Es dürfte daher gerathen sein, Individuen, bei denen die purgi-rende Wirkung erwünscht erscheint, die aber durch die Molken ge-rade obstipirt werden, diese erst 1 bis 2 Stunden nach dem Frühstückund nicht nüchtern trinken zu lassen, da dann die Resorption wenigerrasch von Statten gehen würde.
Man sende Kranke, deren Zustand eine milde, feuchte Luft er-fordert, nach Ischl (s. S. 117), wo eine kräftige, stets gleichmassigeKuh - und Ziegenmolke dargestellt wird.
Gleichzeitig können solche. Kranke die Soolendunst- undDampfbäder, sowie einfache So olb äd er gebrauchen und ist ihneneine fleissige Bewegung in den herrlichen Kiel'erwaldnngen zu em-pfehlen. Die Expectoration geht leichter von Statten und gleichzeitigwird die erschlaffte Schleimhaut tonisirt
Nicht minder heilsam zeigt sich in solchen Fällen der Aufenthaltin Acliselmnnngtein (s. S. 135), im Thale der Saalach, vonhohen Kalkgebirgen umgeben, mit einem sehr gesunden und mildenClima, welches in mancher Hinsicht dem Ischler noch vorzuziehenist, weil es in heissen Tagen nicht so erschlaffend wirkt, denn denSüdostwinden ist durch die Oeffnung des Thaies nach jener Hirn-