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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten der Lungen.

sondern muss sie bei bedeutenden Verdauungsstörungen mit demWasser von Selters, der Salzquelle von Franzensbad, demJohannisbrunnen von Gleichenberg und ähnlichen Mineralwäs-sern verbinden, oder, wenn Verstopfung vorhanden ist, Drastica ver-ordnen oder ein salinisches Purgans trinken lassen, bei vorhandenerSäurebildung am besten das Friedrichshaller-Bitterwasser.

Nur die im Grossen durch Lab und Molkenessig dargestelltenMolken, wie sie die Sennen im Canton Appenzell bereiten, könnenzu einer Molkenkur empfohlen werden. Das Lab wird im Frühjahrfür die Zeit des heissen .Sommers dargestellt; der Kälber- oderZiegenmagen wird auf verschiedene Weise getrocknet, entwederfein zertheilt und zu kleinen Kugeln geformt, welche eine kurze Zeitgeräuchert und im Rauche getrocknet werden, oder im Ganzen, mitungesalzenem Quark gefüllt, an der Luft.

Die Bereitungsweise der Molke ist folgende: Die frisch gemol-kene Milch wird in einem grossen kupfernen, gut verzinnten überfreiem Feuer hängenden Kessel, welcher sich mit grösster Leichtig-keit entfernen und wieder nähern läset, bis zu einer gewissen Tem-peratur erwärmt. Von dieser erwärmten Milch nimmt man eine be-stimmte Quantität heraus und stellt sie bei Seite. Dann wird beiBereitung von Kuhmolke ein Stückchen Kälberlab, welches zerschnit-ten sich in einem leinenen Säckchen befindet, bei der von Ziegen-molke ein Stückchen vom Labe eines Ziegenlämmchens, unter wie-derholtem Drücken der Milch zugesetzt, und das Ganze einige Zeitlang stehen gelassen, während welcher Zeit der Senne beobachtet,ob Blumen in der Milch sich zeigen und ob noch ein weiteref Lab-zusatz erforderlich ist. Die Temperatur und die Menge des zuzu-setzenden Labes ist von der grössten Wichtigkeit für die Gewinnungeiner von Casein befreiten süssen Molke. Wird das Lab einer nichthinreichend erwärmten Milch zugesetzt, so bleibt das ausgeschiedeneCasein weich und schwammig und seine Trennung von der Molkegelingt nicht vollständig; dasselbe ist der Fall, wenn zu wenig Labzugesetzt wird, und umgekehrt bekommt die Molke einen ekelhaftenGeschmack, wird sauer und verliert einen grossen Theil ihrer Heil-kraft, wenn zu viel Lab zugesetzt wird, weil das Lab im Ueber-schusse verschiedene in der Milch enthaltene Salze zersetzt, ins-besondere den phosphorsauren Kalk. Die nöthige Temperatur undMenge des Labs lässt sich nicht mit Bestimmtheit in Zahlen aus-drücken, da beides von der Beschaffenheit des Labs und der Milch