Druckschrift 
Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
Entstehung
Seite
229
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Laryngitis chronica.

229

Bonnes in besonderem Rufe. Sie liegen in dem anmuthigen Thalevon ()ss;iu, 2100 Fuss über dem Meeresspiegel. Der Kurort istklein, aber stattlich und von der feinen Welt sehr bevorzugt, sodass sich Kranke und Vergnügungssüchtige in gleicher Menge ein-finden. Das Clima ist nicht sehr zu rühmen. Die eigentümlicheLage des Orti's in einer fast ringsum von hohen steilen Bergen* um-gebenen Bergschlucht lässt die Sonnenstrahlen nicht eindringen.Jähe Wechsel der Temperatur gehören zu den gewöhnlichen Er-scheinungen und machen es jedem Kranken zur Pflicht, sich mitwanner Kleidung zu versehen. Sehr leidende Personen müssen,selbst an schönen Sommertagen, dreimal die Kleider wechseln, indemes während des Tages sehr ueiss, Morgens und Abends aber em-pfindlich kalt zu sein pflegt. Es befinden sich hier 5 Quellen voneiner Temperatur von 10 bis 26° R., die sich vor allen anderen derPyrenäen durch Reichthum an Chlornatrium und organischen Stoffenauszeichnen.

Das Wasser enthält nach Henry in 1 Lilie:

ChlornatriumChlormagnesiumChlorkaliumSchwefelsame KalkerdeSchwefelsaure MagnesiaKohlensaure KalkerdeKieselerde und KisenoxydOrganische schwefelhaltigeMaterie

0,3423 Grammes.

0,0044

Spuren

0,1180

0,0125

0,0048

0,0160

0,1065

Summa 0,6164 Grammes.An flüchtigen Bestandteilen:

Schwefelwasserstoffgas

0,183 K. 1.

Kohlensäure

0,130 -

Stickgas

0,445

Zum inneren Gebrauche wird hier hauptsächlich die alte Quellemit einer Temperatur von 26,5° R. verordnet. Man lässt gewöhnlichmit einem Glase beginnen und bis auf drei oder vier Gläser reinoder mit Milch oder Gummisyrup gemischt, steigen. Hei bedeutenderAlVection der Schleimhaut wird anfangs nur ein Esslöffel verordnetund mit grosser Vorsicht gestiegen. Die früher beliebten grossenQuantitäten, die auch Bordeu anwandte, kommen jetzt nicht mehrin Anwendung.