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Krankheiten des Kehlkopfs.
Solche Zufälle entwickeln sich häufig:
1. auf scrophulösem Boden, bei Individuen, die früher mitscrophulösen Affectionen behaftet, oft an Anginen leiden und sichnicht schonen.
In frischen Fällen ist keine eingreifende Brunnenkur vorzuneh-men, sondern man beschränke sich auf Inhalationen und lassenebenbei geringe Quantitäten Molken trinken. Zu dem Ende sendeman solche Kranke in die Soolbäder und lasse sie entweder Salz-dunst-, Sooldunst- oder Sooldampfbäder gebrauchen.
a. Die Salztlunstbäder bestehen in der Einathmung der mitSalztheilen geschwängerten Luft an den Gradirwerkcn. Mit demWasserdampfe, welchen die atmosphärische Luft während des Durch-träufelns der Soole durch die Dornen mit sich führt, werden auchfeste Bestandteile mit fortgerissen. Dies bestätigen nicht allein dieUntersuchungen von Murray (New philos. Magazin and Annales.1829), der in der Atmosphäre über dem Meere salzsaure Verbindun-gen, Jod und Brom auffand, sondern auch die von Wilhelmi beider Saline Nauheim angestellten Experimente. Er hing nämlich eineGlasplatte an einer sehr hohen Stange auf und fand sie des Morgensmit Salzkrystallen bedeckt. In den oberen Gängen der Gradirhäu-ser ist die über die eingelegten Reiser geleitete Soole leichter undschwächer, weil hier mehr wässrige Bestandteile verdunsten, wäh-rend in den unteren Lagen die schweren Salztlieile von den Reisernabtröpfeln und die breiten untenstehenden Kufen als Recipienten derschon concentrirten (gradirten) Soole aus ihrer grösseren freienFläche gleichfalls evaporiren. Auf diese Weise können diese kaltenSoolinhalationen nach gradweiser Verschiedenheit eingerichtet wer-den. Jedoch ist nicht zu übersehen, dass die hygromelrische Be-schaffenheit der Atmosphäre auf die Schwängerung derselben mitSooltheilen grossen Einfluss hat und der Arzt und Kranke sich hier-nach zu richten haben. — Da der Wind einen Theil der fein zer-theilien Soole durch die Dornreiser hindurchtreibt und ihn in dieje-nige Atmosphäre verbreitet, welche der dem Winde ausgesetztenSeite des Gradirwerkes gegenüberliegt, so muss der Kranke aufderjenigen Gallerie promeniren, welche dem Windstosse nicht aus-gesetzt ist.
Man sende solche Kranke entweder nach Kreuznach, wo diegrossen Salinen Münster am Stein, Karls- und Theodorhalle sich be-finden, oder nach Kosen, Ebnen, wo die Saline eine halbe Stundelang, 50 Fuss hoch ist und eine Dunstfläche von 275,000 Quadratfuss