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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Scrophulosis.

zuweilen unter stürmischen Erscheinungen zu erfolgen pflegt, sindnur die mildesten und schwächsten Soolen in Gebrauch zu ziehen,wogegen die torpiden, wo sich nur eine sein- schwache Reaction desOrganismus gegen den Krankheitsprocess kundgiebt, starker Soolenund hoher Temperaturgrade bedürfen.

Die Scrophulosis ergreift aber nicht bloss das kindliche Alter,sondern ähnliche Drüsenanschwellungen, wie wir sie dort vorfinden,entwickeln sich auch bei Erwachsenen am Halse, vorzugsweise beimWeiblichen Geschlechte, und scheinen nach den bis jetzt gemachtenBeobachtungen mit den geschlechtlichen Functionen in Verbindungzu stehen.

He noch sah sie in Folge von Amenorrhoe oder während derSchwangerschaft, am häufigsten nach der Entbindung sich bilden.

Alle bedeutenderen Bestandteile der Mineralquellen haben sichauch einen Ruf als Antiscrophulosa erworben; die Natronsake alsMittel, welche die Mischung des Bluts verbessern, das Albumen ingelöstem Zustande erhalten, die Secretionsthätigkeit auf den Schleim-häuten und in den Nieren anspornen; die Kalkerde, zumal das Chlor-palcium, als ein den Tonus der Gewebe erhöhendes Mittel, besondersin denjenigen Fällen, wo sich der krankhafte Nutritionsprocess durchErweichungsprocesse der festen Theile kundgiebt; die Kohlensäureals ein nicht allein erregendes, sondern kräftig reizendes Mittel, wel-ches die Blutcirculation befördert und die Ausscheidungen pathischerStoffe unterstützt; das Eisen als das belebende und auf die Mischungdes Bluts, da, hier besonders eine anaemische Beschaffenheit dessel-ben vorzuherrschen pflegt, wesentlich influirendePrincip; endlich dasJod, als ein mächtig in die Säftemasse eingreifendes und die Plastikerhebendes Mittel; mit einem Worte, Mittel, die den Stoffwechselstark beschleunigen.

In den Kochsalzwassern', den Soolquellen, finden wir nunaber alle, diese Heilagentien iu grösserer oder geringerer Quantitätvereint vor, und keine anderen Mineralwasser, innerlich und in Bä-dern angewendet, leisten so treffliche Dienste. Seit uns die Kunstgelehrt hat, namentlich durch Benutzung der Kohlensäure, solcheWasser auch dann für den Magen verträglich ZU machen, wenn einebedeutende Schwäche der Digestionsorgane ihre Anwendung nichtzulassen würde, können wir uns in der Behandlung dieser das Men-schengeschlecht vielleicht am meisten heimsuchenden Krankheit, mitZuversicht auf dieselben verlassen. Mit Nutzen verbindet man, woes nöthig erscheint, damit den Gebrauch bitterer oder aromatischer