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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Ueber Brunnenkuren

Das täglich wiederholte Hinströmen der Säfte nach der Peripheriekann aber zuletzt eine Störung in der Ernährung hervorrufen, welchesich als ein Zustand von Erschöpfung darstellt. Je zarter undschwächer das Individuum ist, um so schneller wird sich diese Wir-kung der Bäder kundgeben, die schon die Alten mit dem Namen derSättigung des Organismus belegten und die eine Abbreehung derKader erfordert.

Auf gleiche Weise bat das erhöhte peripherische Leben durchReizung der Haut, Hautausschläge in den verschiedenartigsten For-men: Erytheme, papulöse und impetiginöse Ausschläge, Furunkelu. dgl. zur Folg«, die früher für Crisen gehalten wurden, diesen Na-men aber keineswegs Verdienen, da sie bei sehr vielen Kranken trotzder günstigsten Erfolge der Bäder ausbleiben. Wenn sie einen ent-schiedenen Einfluss auf die Affeetionen innerer Organe ausüben, soist. dies eine Folge der kräftigen Ableitung.

Die Bäder werden gewöhnlich am Morgen oder im Laufe desVormittags genommen, während in vielen fällen das abendlicheBaden vor dem Schlafengeben vorzuziehen wäre, besonders in Fällen,wo es darauf ankommt, die Iranspiration der Haut längere Zeit zuunterhalten. Besonders sollte dies bei feuchtkalter Witterung gesche-hen, wo die Kranken, die nicht leicht sieh dazu verstehen, das Zim-mer zu hüten, so leicht Erkältungen ausgesetzt sind. Wir stimmenin dieser Hinsicht ganz den Ansichten des Dr. Barth (Einiges überdie Regeln beim Gebrauehe der Thermalwasser im Allgemeinen undbeim Gebrauche derselben hei Abend und in den kälteren .Jahres-zeiten u.s.w. Aachen bS,j!S) bei und wünschen, dass sein Rath all-gemeinen Anklang finden möge.

Wie bei jeder Kur, so ist besonders beim Gebrauche der Mineral-wässer und selbst des Seebades eine strenge Diät von hoher Wich-tigkeit und eine der wesentlichsten Bedingungen des Gelingens derKur. Die Aerzte sollten um so mehr diesem Gegenstande ihre Auf-merksamkeit zuwenden, da er in den meisten Badeorten und vonfast allen Krauken hintangesetzt wird. Erstaunen muss mau. wennman sieht, wie Patienten, die an den wichtigsten Aifectionen. wohlgar der Verdauungsorgane leiden, an einer Tafel Platz nehmen, dieunter der Menge der ausgesuchtesten und den Gaumen kitzeluden Ge-richte bricht, und die heterogensten und schwerverdaulichsten Speisengemessen, ohne dass der Badearzt sie von den Schädlichen folgen einersolchen Lebensweise in Kenntniss setzt. Ich erinnere nur an die reichausgestatteten Tafeln zu Wiesbaden, wo so viele Arthritiker Hülfe