EINLEITUNG.
sich nur in den Luken welche das Zellengewebe macht, und sind von die-sem darinn ausgeschieden. Die grünen ZAveige so wie die Blatter habenunter dem Vergröfserungsglase kleine Öffnungen, die besonders häufig aufder Unterflache der Blatter sich linden, aber den Zweigen, die nicht mehrgrün sind, fehlen. Die Öffnungen schliefsen sich des Mittags und bei trok-kenem heifsen Wetter, in der Nacht und bei feuchter Luft sind sie of-fen. Durch diese nimmt die Pflanze den nächtlichen Thau und alle dunst-förmige Feuchtigkeiten auf. Die Ilaare an verschiedenen Pflanzentheilensind aber zur Ausdünstung bestimmt.
Nach allen Erfahrungen steigt durch das Holz oder vielmehr durch dieSpiralgefäise der Pflanzensaft in die Höhe, schwitzt von diesen durch die Wän-de der Zellen in das Zellengewebe, und durch diese allmählig von einer Zellezur andern bis in den Bast. Dieser führt den Saft abwärts, setzt ihn wiederin das Zellengewebe ab und von diesem erhalten ihn die Spiralgefäfse, dieihn wieder den schon beschriebenen Gang aufwärts machen lafsen. Im Früh-ling geschieht dieses mit grofser Lebhaftigkeit, nach und nach mit gerin-gerer, und im Herbst weit langsamer. Im Winter aber wo nun die Blätterfehlen, geht der Umtrieb am langsamsten, jedoch erstarren die Säfte nie, undgeschieht dieses ja, so mul's die Pflanze sterben. Bei der gröi'sten Kälte,wenn alles Wasser in Eis sich umwandelt, wird der Pflanzensaft von solchenGewächsen die bei uns einheimisch sind, nicht gerinnen. Er bleibt stetswärmer, als die ihn umgebende Luft und ist flüssig.
Die Verschiedenheit der Blattformen bei den Pflanzen hängt von derVertheilung der Gefäfse ab. Die Gefäfse in den Blättern sind in mannigfal-tige Bündel getheilt und jeder Bündel legt sich an den benachbarten an sodafs dadurch ein Netz erzeugt wird.
Die Knospe ist der Entwurf eines künftigen Zweiges der mit besondernSchuppen umgeben ist, damit das Ungemach des Wetters den jungen Triebbeschütze. Sobald die Knospe blüht und nachher Samen erzeugt, stirbt sieab. Daher ist jeder Baum oder Strauch als eine grofse Menge von Kräutern