Druckschrift 
Zoologie 1 (1852) Säugethiere
Entstehung
Seite
107
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

INSECTIVORA. RHYNCHOCYON.

107

sind grofs, vorspringend, mit weiter rundlicher Pupille, doppelt so weit von einander undüber viermal so weit von der Rüsselspitze wie von den Ohren, gleich weit von diesen wievon den Mundwinkeln, entfernt, Die Ohren sind dreieckig abgerundet, am hinlern Randeausgeschnitten, mit kurzen steifen Haaren dicht bekleidet; der Tragus ist niedrig und fastnackt, der vordere umgeschlagene Rand der Helix und der lappenförmige Antitragus lang-behaart; die Anthelix springt wie bei den Rohrrüfslern an der innern Seite des Ohrs sehrhervor. Die Gegend hinler den Ohren ist bis auf zwei Centimeter durch ihre feine wolligeBehaarung ausgezeichnet. Die übrigen Theile des Kopfes und des Körpers sind von dicht-stehenden steifen Haaren bekleidet, welche nach dem Körperende hin an Länge zunehmen,und die feine ziemlich lange Grundwolle vollständig verdecken. An der Bauchseite ist jedochdie Behaarung viel weniger dicht, so dafs die Haut durchschimmert, und der Unterbauch unddie Gesäfsgegend fast ganz nackt erscheinen. Die Behaarung des Vorderarms und der Handist kurz, namentlich an der innern Seite, so dafs die schuppig geringelte Oberhaut zum Vor-schein kommt. Die drei langen Finger sind kräftig, mit langen, etwas gekrümmten Grabnägelnversehen, und an den Sohlen breit beringt; hinter ihnen springt die Mittelhand mit zweiwulstigen Schwielen hervor. Der kleine äufsere Finger steht weit zurück, und ist mit einemviel kürzeren Nagel bewaffnet. Die hinteren viel längeren Gliedmafsen sind bis zur Mittedes Unterschenkels lang behaart, an der innern Seite fast nackt; von der untern Hälfte desUnterschenkels an bis zu den Nägeln mit kurzem anliegendem Haar bedeckt, welches dieschuppige Oberhaut nicht ganz verbirgt. Der ganze Fufs ist etwas länger als der Unter-schenkel. Die Nägel der Zehen sind kräftiger und grader als die der Finger, und dienackten Sohlen durch drei Schwielen des Mittelfufses ausgezeichnet. Die zweite Zehe voninnen ist die längste und stärkste von allen, die erste und dritte ragen weniger vor, und dieäufserste vierte ist die kleinste und kürzeste. Die Fufswurzel ist behaart bis auf eine nackteSchwiele unter dem Höcker des Fersenbeins. Der Schwanz ist über zwei Drittel des ganzenübrigen Körpers lang, an seiner Basis fingersdick, nach seinem Ende hin allmählig verdünnt,geringelt, mit kurzen anliegenden Haaren, wie bei den Ratten, bekleidet, nur ganz im Anfangevon einer Fortsetzung der langen Körperhaarc bedeckt. Die einzelnen Ringel sind durch-sräneia 1 Mm. breit.

Die Hauptfarbe des Oberkopfes, des Bückens, der Seiten des Körpers und derGliedmafsen ist ein verwaschenes Braungelb oder Rostrothgelb, welches von zahlreichen un-regelmäfsigen queren schwarzen Zickzacklinien durchbrochen wird, indem die meisten Haarevor ihrer Spitze einen breiten braungelben oder rolhgelben Ring haben. Die Ohren, dieHinterohrgegend und der hintere Theil der Oberschenkel ist glänzend rostroth. Sehr aus-gezeichnet ist der Körper durch sechs Längsreihen schön castanienbrauner Flecken. Eineerstreckt sich jederscits von der Schulter neben dem Rückgrath hin bis über die Schwanz-wurzel, wo sie mit der der andern Seite zusammenfliefst; die Flecken dieser Reihe sind diegröfsten, mit schwarz gemengt und hängen durch einen innern Längsstreif zusammen. Die

14*

4