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ZOOLOGIE. INSECTEN.
Man braucht ein nicht gar bedeutendes Material von Exemplaren der Honigbiene aus\erschiedenen Ländern zu vergleichen, um bald zu der Überzeugung zu gelangen, dafs dieKennzeichen, welche von den verschiedenen Autoren zur Unterscheidung von Arten gebrauchtworden sind, nichts weniger als stichhaltig erscheinen. In erster Reihe steht hier die Färbungdes Schildchens, auf welche sogar Latreille (Annales du mus. d'hisl. not. V. p. 167 ff.) undnach seinem Beispiel auch Lepelletier (Hist. nat. d. Hymmopt. I. p.401 ff.) zwei Abtheilungengründete, je nachdem das Schildchen nämlich mit dem Thorax gleich (d. h. dunkel) oder ver-schieden (d. h. gelb oder röthlich) gefärbt ist. Schon unter den Arbeitern der italienischenBiene, welche Spinola (a. a. 0.) als eigne Art unter dem Namen A. ligustica beschrieben hat,kommen einzelne Individuen mit gelblichem Schildchen vor; ein derartiges Exemplar, welchesdie hiesige Sammlung aus Sicilien besitzt, stimmt mit den Nord-Italienischen, welche ein durch-aus schwarzes Schildchen haben, in allen übrigen Merkmalen (Gröfse, Behaarung, Färbung desHinterleibs) genau überein. Einen noch viel schlagenderen Beweis von der Unnahbarkeit diesesMerkmals liefert aber eine Reihe von Arbeitsbienen, welche das Museum vom Cap der gutenHoffnung (durch Krebs) besitzt, indem diese alle Übergänge in der Färbung von der gewöhnlicheneinfarbigen europäischen Form bis zur ganz hell gefärbten (A. cerana Fabr., fasciata Latr.)in sich schliefst. Alle diese südafricanischen Exemplare sind von gleicher Gröfse (merklichkleiner als die europäische Form), gleicher Färbung und Behaarung des Kopfes und Thorax.Die am dunkelsten gefärbten, welche die Reihe beginnen, sind in der Färbung des Schildchenund Hinterleibes den nord-europäischen Individuen ganz analog, indem nämlich nur die Basisdes zweiten Hinterleibssegments zu jeder Seite rothbraun durchscheint. Es dehnt sich nunzuerst diese Farbe in gröfserer Intensität über den ganzen Vorderrand des zweiten Segmentsaus (A. caffra Lepell.) und indem dieser Saum bei den nächstfolgenden Exemplaren immerbreiter wird, nimmt zu gleicher Zeit auch das Schildchen eine immer mehr gelbbraune Farbean. Wo der gelbe Vordersaum des zweiten Hinterleibssegments schon dessen halbe Längeeinnimmt, zeigen auch schon der vertiefte Theil des ersten Segments und das Schildchendiese Farbe durchaus deutlich. Die Exemplare, welche den Schlufs der Reihe bilden, stimmenin der Färbung ganz mit den ägyptischen (A. fasciata Latr.) überein, indem die beiden erstenSegmente des Hinterleibes bis auf den Hinterrand ganz gelb geworden sind und auch dieBasis des dritten Segments diese Farbe annimmt; einige Exemplare (Mossambique, Senegal,Ägypten) haben auch dieses dritte Segment bis auf den Hinterrand hell gefärbt. Die meistendieser auf dem Hinterleib in weiterer Ausdehnung gelb gefärbten africanischen Exemplarehaben ein entsprechend hell gefärbtes Schildchen (A. nigritarum Lepell.), einige jedoch einbraunes oder selbst schwärzliches, so dafs sie sich von den italienischen Individuen (A. ligusticaSpin.) gar nicht mehr unterscheiden lassen. Mit der Überhandnähme der gelben Färbung aufdem Hinterleib ist meist zugleich eine lichtere Färbung der Beine verbunden, wie es in ge-ringerem Mafse auch schon bei der italienischen Biene der Fall ist. — Wenn nach der ebengegebenen Darstellung ein Zweifel an der Identität der europäischen mit der südafricanischen