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2 (1892)
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Paraffinum solidum.

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Paraffinum solidum.

Festes Paraffin; Paraffin; Hart-Paraffin; Ceresin; Paraffina; Paraffine.

Eine aus brennbaren Mineralien gewonnene feste, weisse, mikro-krystallinische, geruchlose Masse, welche bei 74 bis 80° schmilzt.

Werden 3 g festes Paraffin in einem zuvor mit warmer Schwefel-säure ausgespülten Glase mit 3 ccm Schwefelsäure unter öfterem Durch-schütteln 10 Minuten lang im Wasserbade erhitzt, so darf das Paraffinnicht verändert und die Säure nur wenig gebräunt werden. — 1 TheilWeingeist, mit 1 Theile festem Paraffin gekocht, darf blaues Lackmus-papier nicht röthen.

Geschichtliches. Von Buchner wurden schon 1820 in dem am Tegernseegesammelten Erdöle krystallinische Ausscheidungen beobachtet. 1830 erhieltC. v. Reichenbach bei der Destillation von Buchenholztheer eine gegen Säuren undAlkalien indifferente Substanz, welche er — von partim affinis — Paraffin nannte.Um die fabrikmässige Darstellung des Paraffins machten sich Playfair und Young inEngland und Reece in Schottland verdient.

Vorkommen. Feste Kohlenwasserstoffe, mit den Eigenschaften des Paraffinskommen fertig gebildet in der Natur vor, sind z. B. in grösseren oder geringerenMengen in den meisten Erdölen enthalten. Sie kommen ferner als mehr oderweniger feste Ablagerungen vor in Niederösterreich, Ungarn, Kroatien, England,Südrussland; für die Praxis sind am wichtigsten geworden die als „Ozokerit"(von 6Z.U) rieche und xqpof Wachs) bekannten Ablagerungen bei Boryslaw undDzwieniasz in Ostgalizien. — Feste Paraffine sind ferner enthalten in den beider trockenen Destillation der Braunkohlen und des Torfes sich ergebendenTheeren und in den bei der Destillation der Erdöle erhaltenen sog. Paraffinölen(s. Paraffinum liquidum).

Im Handel bezeichnet man als „Paraffin" ein Gemenge von Kohlen-wasserstoffen, welches je nach den gewählten Bedingungen zu gross-blätterigen Krystallen oder zu einer durchscheinenden amorphen Masse erstarrtund welches durch Destillation der Rohmaterialien erhalten wird. Und zwarunterscheidet man „Weichparaffin" (Schmelzpunkt 44—48°, spez. Gewicht0,88—0,89) und „Hartparaffin" (Schmelzpunkt 52—56°, spez. Gewicht 0,898bis 0,915). Diese Paraffine werden aus den Destillationsprodukten desPetroleums, der Braunkohlen, des Torfes (und des Ozokerites) gewonnen.

Die unter dem Namen „Paraffinum solidum" von dem Arzneibuche auf-genommene Substanz ist jedoch nicht Paraffin, sondern Ceresin, d. h. ge-reinigter Ozokerit.

Gewinnung. Der in Galizien vorkommende Ozokerit ist von verschiedener Rein-heit und verschiedener Härte. Er bildet wachsgelbo bis dunkelgrünliche oder brauneMassen, welche bei 50—70° schmelzen. Durch Destillation kann man darausParaffin gewinnen, womit, wie sich aus dem Vorhergehenden ergiebt, eine Aenderungder physikalischen und chemischen Eigenschaften verknüpft ist. Zur Zeit ist es lohnen-der, diesen Ozokerit ohne Destillation durch ein Reinigungsverfahren zu entfärben,worauf er als Ceres in in den Handel kommt.

Um das Paraffinum solidum des Arzneibuches darzustellen, werden die hartenSorten Ozokerit benutzt. Dieselben werden zunächst bei 200° wiederholt mit Schwefel-säure behandelt, hierauf durch Behandlung mit Natronlauge entsäuert und alsdann durchDigestion mit Thierkohle oder den kohligen Rückständen der Blutlaugensalzfabrikation(Blutlaugenkohle) oder entwässertem Thon entfärbt. Aus den leicht schmelzbarenSorten scheidet man die leichter flüchtigen Antheile vor der angegebenen Reinigung auchwohl durch fraktionirte Destillation mit überhitzten Wasserdämpfen ab.

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