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Opium.
roth, durch Ferrichloridlösung blau oder grün gefärbt. (In Folge Bildung vonOxydimorphin.)
Der Rest der Krystalle wird verascht; es darf keine wägbare Menge vonAsche zurückbleiben.
Nach dieser Methode wird das gesammte im Opium enthaltene Morphinzur Wägung gebracht mit Ausnahme von etwa 0,5 Proc, welche in den Laugengelöst bleiben und durch Ausschütteln mit Essigäther gewonnen werden können.
Einkauf und Aufbewahrung. Der Apotheker sollte Opium stets ingrossen Kuchen kaufen und seine Vorräthe immer so weit ergänzen, dass die-selben zu jeder Zeit etwa 2 Jahre lang den voraussichtlichen Bedarf decken.Es empfiehlt sich, diese Anschaffung besonders dann zu machen, wenn der Preisdes Opium ein relativ niedriger ist. Man trocknet das Opium bei etwa 40 bis50° C. im Trockenschranke, oder bei gewöhnlicher Temperatur über Kalk oderSchwefelsäure und klebt entweder auf jeden Kuchen einen Zettel mit dem Datumder Anschaffung, oder man versieht wenigstens die Standgefässe, in welchen dieKuchen aufbewahrt werden, mit einem entsprechenden Vermerk. Diesen An-gaben ist zweckmässig noch eine solche über den durchschnittlichen Morphin-gehalt hinzuzufügen.
Die Wichtigkeit des Yorräthighaltens genügender Opiumvorräthe ergiebtsich aus der Erfahrung, dass in Folge vorher nicht zu bestimmender Ereignisse,z. B. Krieg oder Epidemien (Cholera), der Verbrauch an Opium sich in kurzerZeit derart steigern kann, dass nicht blos die Opiumpreise plötzlich in die Höheschnellen, sondern dass auch brauchbares Opium nur schwierig oder gar nichtzu erlangen ist, und an dessen Stelle mehr oder weniger werthlose Falsifikateund Surrogate treten.
Da das frisch bezogene Opium in der Begel im Innern der Kuchen nochetwas weich ist, so trockne man dieselben in der vorher angegebenen Weise aus.Die Aufbewahrung der trockenen Opiumkuchen erfolgt bei kleineren Mengen inGefässen aus Glas oder Steingut, für grössere Mengen in Holzkästen an einemtrocknen Orte. Bei guter Aufbewahrung hält sich das Opium mehrere Jahrelang unverändert, bei mangelhafter Aufbewahrung neigt es zum Schimmeln, auchgeht es in seinem Morphingehalte zurück.
Das Arzneibuch fordert einen Mindestgehalt von 10 Proc. Morphin für dasOpium, sagt aber über einen höheren Gehalt nichts. Trotzdem muss es als zu-lässig erachtet werden, morphinreiche und morphinärmere Opiumsorten in solchenVerhältnissen zu mischen, dass ein Opium mit 10—11 Proc. Morphin resultirt.Dagegen ist es als nicht gestattet anzusehen, diese Verdünnung des Opiumsetwa durch andere Zusätze, wie Dextrin, Süssholzpulver u. dergl. vorzunehmen.
Anwendung. Opium ist Hypnoticum, Anodinum, Sedativum, schwaches Sudoriferum.Die Wirkung ist zunächst erregend, dann beruhigend, schmerz- und krampfstillend,schweisstreibend, schlafmachend, die Absonderungen mässigend und vernngernd, endlichgiftig narkotisch. Grosse und kleine Gaben haben oft entgegengesetzte Wirkung. Soerfolgt z B. nach kleinen Gaben eine Vermehrung, nach grösseren Gaben eine Ver-minderung des Pulses. Man giebt es zu 0,005—0,01-0,025-0,05—0,1 gr. KleinenKindern ist Opium innerlich ein gefährliches Gift und muss denselben mit grosser Vor-sicht gegeben werden.
Die grösste Einzelgabe ist 0,15 gr, die grössto Tagesgabe 0,5 gr.
Man beachte, dass Opium von der Schleimhaut des Darmes und des Urogenital-apparates (in Form von Suppositorien und Vaginalkugeln etc.) sehr viel energischerresorbirt wird, als bei der Einführung in den Magen.