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2 (1892)
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382
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Opium.

b) Zu 25 com kochendheissem dest. Wasser giebt man 2,0 gr des klein ge-schnittenen oder des gepulverten Opium, lüsst unter Umrühren mit einem Glasstabenochmals aufkochen und stellt bis zum Erkalten bei Seite. Die bräunlichgelbe, trübeFlüssigkeit (A), welche über dem abgesetzten Opium steht, ist zwar schleimig, abernicht dickschleimig, noch weniger gelatinös oder starr (was auf Stärke, Mehl, Kirsch-gummi, Salep, Traganth deutet). Verdünnt man nun die kalte Flüssigkeit mit einem4-fachen Vol. kaltem Wasser und giesst durch ein tarirtes Filter, so erhält man einFiltrat (B) von der Durchsichtigkeit und Farbe des Weissweines. Eine braune oder dunkeleFärbung würde auf fremdartige Extraktsubstanzen (Glauciumextrakt, Chelidonium-extrakt, Lakritzen saft) hindeuten. Das Filtrat reagirt sauer; ist es aber neutraloder alkalisch, so kann man eine Beimischung basischer Substanzen (Kalkerde, Kreide,kalkhaltigen Thon, Bleioxyd) voraussetzen. Vermischt man 40 ccm des Filtrats Bnach dem Eindampfen bis auf einen Rückstand von 4,0 gr oder 4 ccm mit 10 ccm90 proc. Weingeist, so darf weder gleich, noch eine Stunde später eine deutliche Fällungentstehen (Gummi, Dextrin, in weingeistigen Flüssigkeiten unlösliche Salze), ver-mischt man einen anderen Theil des Filtrats B mit Kaliumferrocyanidlösung, so sollkeine Fällung noch Farbenveränderung entstehen (Metallsalze).

c) Der in der vorstehenden Prüfung ungelöst gebliebene Theil des ausgetrocknetenOpiums wird in dem Filter gut ausgewaschen, getrocknet und gewogen. Er darfhöchstens 0,9 gr, also kaum die Hälfte des Opiums (2 gr) betragen. Von gutem,trocknem Opium beträgt er kaum 0,8 gr oder 40 Proc.

d) Trocknes Opiumpulver (1,0 gr) wird in einem Platintiegel eingeäschert. DieAsche darf nicht mehr als 6 Proc. (0,06 gr) betragen, im anderen Falle sind sichermineralische Beimischungen vorhanden. Normales Opium giebt meist 4,5 Proc.Asche aus.

e) In zwei enge Probircylinder giebt man je eine Messerspitze von dem gepulvertentrocknen Opium und übergiesst dieses in dem einen Probircylinder mit 45 ccmChloroform, im anderen mit einem ähnlichen Volum Schwefelkohlenstoff. In derRuhe sammelt sich das Opium grösstenteils an der Oberfläche des Chloroforms, imSchwefelkohlenstoff sinkt es aber unter, die eine oder die andere Flüssigkeit wirdaber nach dem Umschütteln und Stehenlassen nur unbedeutend oder wenig merklichgefärbt erscheinen.

f) Giebt man zum Chloroform circa 5 Tropfen Jodwasser, schüttelt um undstellt bei Seite, so steigt alles Opium an die Oberfläche, und am Grunde der Chloro-formschicht sammeln sich etwa beigemischte Mineralsubstanzen, Sand, auch Stärkemehl,violett gefärbt, wenn es vorhanden war. Giebt man zum Schwefelkohlenstoff 34 TropfenAetzammonfl üssigkeit und schüttelt um, so entsteht eine gelbbräunliche milchigeMischung, welche in der Ruhe braune Opiumsubstanz absetzt, aber noch längere Zeitmilchig bleibt.

g) Diese Prüfungen kann man durch mikroskopische Untersuchung des Opium-pulvers und des beim Auskochen mit Wasser [unterbliebenen Rückstandes vervoll-ständigen.

Die von dem Arzneibuche vorgeschriebene Methode zur Feststellung desMorphingehaltes ist das von E. Dieterich ausgearbeiteteHelfenbergerVerfahren".

Man reibt in einem Mörser mit Ausguss 6 gr mittelfeines Opium-pulver an, verdünnt mit Wasser, spült die Mischung mit Hülfe eines Trichtersin ein gewogenes trocknes Kölbchen und bringt, nach Entfernung des Trichters,den Inhalt durch Zusatz von Wasser auf 54 gr Gesammtgewicht. Man lässtnun unter öfterem Umschütteln lose verstopft 1 Stunde lang stehen; in dieserZeit ist unter den angegebenen Bedingungen alles Morphin erfahrungsmässig inLösung gegangen. Man filtrirt nun unter Bedeckung des Trichters durch einnicht genässtes Faltenfilter von 10 cm Durchmesser. Sobald eine hin-reichende Menge Filtrat durchgelaufen ist, wägt man 42 gr des Filtrates in einanderes, vorbereitetes Kölbchen, wägt 2 gr einer Mischung von 17 Th. Ammoniak-fiüssigkeit und 83 Th. Wasser hinzu, mischt dann, ohne unnöthig heftig zuschütteln, durch sanftes Schwenken und filtrirt von dem entstandenen hellbraunenNiederschlage durch ein bereitstehendes nicht gen ässtes Faltenfilter von 10 cmDurchmesser in ein drittes trocknes Kölbchen (Erlenmeyer) ab. Man tarirtinzwischen ein viertes trocknes Kölbchen von etwa 80 ccm Inhalt genau, wägt