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2 (1892)
Entstehung
Seite
331
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Oleum Caryophyllorum

auf Zusatz eines Tropfens einer sehr verdünnten Eisenchloridlösung meist eine"violettrothe Färbung, die auf Zusatz von mehr Eisenchlorid wieder verschwindet.Zum Gelingen der Reaktion ist eine starke Verdünnung des offizineilen Liquorferri sesquichlorati erforderlich.

Anwendung. Man gebraucht das Kümmelöl als Stimulans und Carminativum, beiAppetitlosigkeit, Magenkrampf, Flatulenz innerlich zu 0,1—0,2—0,3 gr (3—6—10 Tropfen),auch äusserlich in Salben, Linimenten und Pflastern. Klystieren wird es in der 50-fachenMenge Weingeist gelöst zugesetzt.

Oleum Caryophyllorum.

Nelkenöl; Essence de girofle; Oil of cloves.

Das ätherische Oel der Gewürznelken, von gelblicher bis braunerFarbe, scharf aromatischem Gerüche und Geschmacke, bei 247° in vollesSieden gelangend. Spez. Gewicht mindestens 1,06.

5 Tropfen Nelkenöl, mit 10 ccm Kalkwasser kräftig geschüttelt,geben eine flockige, zum Theil an den Wänden des Gefässes haftendeAbscheidung. — 2 Tropfen Nelkenöl, in 4 ccm Weingeist gelöst, werdendurch 1 Tropfen Eisenchloridlösung grün gefärbt; 1 Tropfen verdünnteEisenchloridlösung (1 = 20) ruft eine blaue, bald durch roth in gelbübergehende Färbung hervor. — Wird 1 ccm Nelkenöl mit 20 ccm heissemWasser geschüttelt, so darf das Wasser blaues Lackmuspapier kaumröthen. Das nach dem Erkalten klar filtrirte Wasser darf sich mit1 Tropfen Eisenchloridlösung nur vorübergehend graugrünlich, jedochnicht blau färben. — 1 Theil Nelkenöl soll sich mit 2 Raumtbeilen ver-dünntem Weingeiste klar mischen.

Geschichtliches. Im Anfange des 17. Jahrh. kam das Nelkenöl in Gebrauch.Valerius Cordus (1550) beschreibt dasselbe schon als ein in Wasser untersinkendesOel, und Joh. Bapt. Porta stellte es drei Decennien später in grösserer Menge dar.

Darstellung. Das Nelkenöl wird aus den Gewürznelken, den Blüthen-knospeu von Caryophyllus aromaticus L. durch Destillation mit Wasserdämpfen ge-wonnen. Hierzu wird die bei weitem grösste Menge Nelken von den ostafrika-nischen Inseln Zanzibar und Pemba geliefert, während von Reunion und Amboinaherstammende Nelken seltener zu Destillationszwecken Verwendung finden. DieAusbeute an ätherischem Oel beträgt 17—19 Proc. Bemerkenswerth ist die beiBeginn der Destillation auftretende Entwickelung von Kohlensäure. Zunächstgeht ein Oel über, welches auf Wasser schwimmt und aus dem weiter untenbeschriebenen Kohlenwasserstoff besteht. Das später uberdestillirende Eugeuolsinkt im Wasser unter. Durch Zusammenmischen beider Bestandtheile erhältman das normale Nelkenöl.

Bestandtheile. Ausser geringen Mengen von Essigsäure und (in alten Oelen)Spuren von Vanillin setzt sich das Nelkenöl ausschliesslich aus den eben erwähntenKörpern, einem Kohlenwasserstoff und dem Eugenol zusammen.

Der Kohlenwasserstoff, ein Sesquiterpen von der Formel C, 5 H 34 , bildet einefarblose Flüssigkeit von schwachem, durchaus nicht an Nelken erinnerndem Geruch.Sein spez. Gewicht ist = 0,913 bei 15°, der Siedepunkt liegt bei etwa 255°. Denpolarisirten Lichtstrahl lenkt er wenig nach links ab.