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2 (1892)
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323
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Oleum Anisi.

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denen Namen beschriebenen Terpene ist, seitdem sichere Methoden zur Keim-zeichnung der einzelnen bekannt geworden sind, auf wenige zusammengeschmolzen,da sich herausgestellt hat, dass -viele bisher unter verschiedenen Namen aufge-führte Terpene mit einander identisch sind.

Man unterscheidet jetzt (nach "Wallach) folgende Terpene:

1. Pinen, Siedepunkt 155—156°. Spez. Gewicht 0,858.

2. Camphen, bei gewöhnlicher Temperatur fest, Schmelzpunkt 50°, Siedepunkt160—101°. Spez. Gewicht 0,850 bei 50°.

3. Fenchen, Siedepunkt 158—160°. Spez. Gewicht 0,864.

4. Limonen \ sied kt i75_i 76 °. Spez. Gewicht 0,846.

5. lJipenton j * r

6. Sylvestren, Siedepunkt 175°. Spez. Gewicht 0,848.

7. Phellandren, Siedepunkt ca. 170°.

8. Terpinen, Siedepunkt ca. 180°.

9. Terpinolen, Siedepunkt ca. 185°.

Den Terpenen reihen sich polymere Modifikationen derselben an:

1. die Sesquiterpene C 15 H 24 , um 250° siedend,

2. die Polyterpene (C 10 H 1G ) X , deren Siedepunkt um 300° liegt.

Bilden auch die Terpene bei den meisten ätherischen Oelen der Menge nach denHauptbestandteil, so sind die eigentlichen Träger des Geruchs fast immer sauerstoff-haltige Korper von verschiedenem chemischen Charakter und zwar:

1. Alkohole (z. B. Terpinol, Borneol, Menthol).

2. Aether von Alkoholen (z.B. Methylborneol).

3. Ester von Alkoholen (z.B. Essigsäure-Zimmtester, Essigsäurebornylester).

4. Aldehyde (z.B. Zimmtaldehyd, Citral).

5. Ketone (z.B. Kampher, Fenchon, Menthon, Karvol).

6. Phenole (z.B. Engend, Thymol, Karvacrol).

7. Phenoläther (z.B. Anethol, Eugenolmethyläther). •

8. Sauerstoffhaltige Körper, die sich nicht in eine der bekannten Körper-klassen einreihen lassen, z. B. das Cineol.

9. Niedere Fettsäuren. Sie werden fast immer in geringen Mengen in äthe-rischen Oelen angetroffen (z. B. Ameisensäure, Essigsäure, Baldriansäure).

10. Oxydationsprodukte von Bestandtheilen ätherischer Oele (z. B. Zimmt-säure, Vanillin).

Endlich verdient noch das Vorkommen von Stickstoff- und schwefelhaltigenSubstanzen Erwähnung (z. B. Senföl).

Ueber Verfälschung und Aufbewahrung der ätherischen Oele.Wegen ihres hohen Preises und des oft schwer zu führenden Nachweisesfremder Zusätze sind die ätherischen Oele von jeher zahlreichen Verfälschungenausgesetzt gewesen. Die Schwierigkeit der Erkennung vieler solcher Be-trügereien lag vor allem daran, dass man von der chemischen Zusammensetzungder Oele nur sehr wenig wusste. Hauptsächlich sind es die grundlegendenArbeiten Wal lach's, denen wir die grossen Fortschritte in der Kenntniss derBestandtheile dieser mannigfaltigen Naturprodukte verdanken. Weiss man nun,welche Körper zu den normalen Bestandtheilen eines Oeles gehören, so istdamit die Grundlage für die Prüfung und für die Feststellung von Ver-fälschungen gegeben. So kann beispielsweise durch das Auffinden von Pinenin einem Oele, zu dessen normalen Bestandtheilen dieses Terpen nicht gehört,auf eine Fälschung mit Terpentinöl (welches fast nur aus Pinen besteht), ge-schlossen werden.

Leider jedoch befinden sich zur Zeit auch unter den offizinellen Oelenimmer noch viele, deren Zusammensetzung nur wenig oder so gut wie gar nichterforscht ist. Bei der Prüfung dieser muss man sich daher auf die Ver-gleich ung mit wirklich reinen und unverfälschten Oelen beschränken.

Die häufigsten Verfälschungsmittel sind: Alkohol, fettes Oel undbilligere ätherische Oele, in erster Linie Terpentinöl. Seltener sindPetroleum, Paraffinöl , Kolophonium, Schwefelkohlenstoff undChloroform gefunden worden.

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