Druckschrift 
2 (1892)
Entstehung
Seite
319
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Oleum Amygdalarum.

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Pfirsichkernöl nimmt bei dieser Prüfung eine orange bis rötlilicheFärbung an, Banmwollsamenöl, Arachisöl, Mohnöl, Sesamöl nehmenmehr oder weniger bräunliche Färbung an. — Die Hauptsache ist also, dass beidieser Probe die stark geschüttelte Mischung von Mandelöl, rauchender Salpeter-säure und Wasser sehr bald eine weissliche Emulsion bildet, die sich in einehellgelbe ölige und in eine uugefärbte wässerige Schicht scheidet.

Soweit nun das Erstarren des Mandelöles bei der Ela'idinprobein Betracht kommt, so beruht dieses darauf, dass die Oelsäure und die Glycerin-äther der Oelsäure durch Einwirkung von salpetriger Säure in die isomere,feste „Elaidinsäure" bez. in feste Elai'dinsäure-Glycerinäther verwandelt werden,während die flüssigen Glycerinäther der Leinölsäure und ihrer Homologen etc.bei gleicher Behandlung nicht fest werden.

Gegen die von dem Arzneibuche angegebene Form der Ela'idinprobe rnusseingewendet werden, dass . dieselbe sehr häufig zu Täuschungen führen wird,weil die (rothe) rauchende Salpetersäure des Handels in der Regel nicht so vielStickoxyde gelöst enthält, dass die Probe ein für alle Mal die nämlichen Re-sultate ergeben wird. Mit Benutzung einer an salpetriger Säure reichen (rothen)rauchenden Salpetersäure wird man in der Regel nach 10—15 Stunden unterEinhaltung der vorgeschriebenen Temperatur (bei süssen Mandeln etwas eherals bei bitteren) das Erstarren des Mandelöles zu einer weissen, festen Massebeobachten können. Findet jedoch das Erstarren nicht statt, so ist das nochlange kein Beweis dafür, dass ein verfälschtes Mandelöl vorliegt. In diesemFalle stellt man eine der nachstehenden Proben an:

a) Man bringt in ein Probirrohr 10 com der gewöhnlichen Salpetersäure,trägt einige Kupferschnitzel ein und schichtet auf die Flüssigkeit 2— 3 ccmMandelöl. — Nach 6—10 Stunden muss das einer Temperatur von 10° ausge-setzte Oel erstarrt sein.

b) Man bringt in einen Reagircylinder 20 ccm gewöhnlicher Salpetersäure,1 gr Quecksilber und 2—3 ccm Mandelöl. Nach 6—10 Stunden muss bei einerTemperatur von 10° die Oelschicht erstarrt sein. Das starre Elaidin ist weiss,von der Consistenz des Stearins. 4

Die sog. trocknenden Oele: Mohnöl, Hanföl, Leinöl bleiben bei der Elaidin-probe flüssig, während Baumwollsamenöl, Arachisöl, Sesamöl halbflüssig bleiben,Olivenöl und Riciuusöl dagegen ebenfalls fest werden.

Richtig ausgeführt ist die Ela'idinprobe ein sehr werthvolles Hilfsmittel beider Beurtheilung der Oele, aber mau hüte sich, aus ihrem negativen Ausfallallzu weittragende Schlüsse zu ziehen. Führt man die Probe einmal mitrauchender Salpetersäure, das andere Mal mit Salpetersäure -+- Kupfer oder Queck-silber aus, so ist man in der Lage, die Färbung der Mischung zu beobachten,ferner bietet die doppelte Ausführung eine Gewähr gegen grobe Täuschungen.

3. Man bringt 10 ccm Mandelöl mit 15 ccm Natronlauge und 10 ccm Wein-geist in ein Kölbchen von etwa 150 ccm Fassungsraum und erwärmt unterhäufigem Umschwenken auf dem Wasserbade bei 35—40° (so dass der Weingeistnicht verdampfen kann), bis (nach etwa '/ 3 Stunde) die Mischung klar, also dieVerseifung beendet ist. Hierauf bringt man allmählich 100 ccm warmes destill.Wasser zu, wodurch man eine klare Lösung erhalten muss. Aus der in Lösungbefindlichen Seife werden durch Ansäuern mit Salzsäure die freien Oelsäurenabgeschieden und sammeln sich im Halse des Kölbchens an. Man fügt nununter weiterem Erwärmen des Kölbchens so viel warmes Wasser hinzu, dass dieOelsäureschicht gerade an die Mündung des Kolbens heranreicht. Nachdem dieSchicht gut abgesetzt, giesst man sie vorsichtig in zweites Kölbchens ab, wäschtsie in diesem mit warmem Wasser und lässt sie durch Wasserzusatz wiederumbis an die Mündung des Kolbens steigen. Man wartet die völlige Klärung derOelsäureschicht ab, welche man zweckmässig durch Erwärmen unterstützt, giesstdie klare Oelsäureschicht ab und beobachtet nun ihr Verhalten. Sie muss bei15° noch klar sein, zwischen 13 und 14° dagegen sich trüben; 1 ccm derselben