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Kreosotum.
r* tt ——■ OCH° 6 H 4 —_ 0H •
Guajacol
(i)
(2)
CH 3C 6 H 3 OCH3OH
Kreosol
(1)(3)(4)
CH, (1)
C 6 H 2 (CH 3 )OCH 3 (3)
OH (4)
Methylkreosol
Co ^4 ^C^
Kresolc
-CH 3-OH
CH 3
C 6 Hi CH 3
OH
Xylenole.
Als wichtigste, bez. Hauptbestandteile sind Guajacol und Kreosol(zu 50—80 Proc. im Kreosot enthalten) anzusehen; die Kresole, Xylenole undetwa vorhandene Karbolsäure bilden unerwünschte Beimengungen.
Eigenschaften. Das Kreosot bildet eine schwach gelbliche, im Sonnenlichtsich kaum bräunende, das Licht stark brechende, ölartig fliessende, neutrale, beimErhitzen völlig flüchtige Flüssigkeit, schwerer als Wasser, von durchdringend.rauchartigem Gerüche und stark brennend ätzendem Geschmacke, in allen Ver-hältnissen mit Weingeist, Aether, Benzol, Petrolbenzin, Petroläther, Schwefelkohlen-stoff, Eisessig klar mischbar. Gegen Wasser verhalten sich die verschiedenenKreosotsorten bezüglich der Löslichkeit verschieden. Meist löst das Kreosot sich in120—150 Th. Wasser von 15° zu einer trüben Flüssigkeit; mit etwa 120 Th.siedendem Wasser giebt es eine klare Lösung, welche beim Erkalten sich unter Ab-scheidung von Oeltröpfchen trübt. In der von den letzteren getrennten Flüssigkeiterzeugt Bromwasser eine rothbraune Fällung (mit Karbolsäure erzeugt Bromwassoreinen weissen kryst. Niederschlag von Tribromphenol, s. Band I. S. 60). Tropftman ferner in die vorerwähnte klare Lösung 1 Tropfen stark (1 + 4) verdünnteEisenchloridlösung, so zeigt sich an der Einfallsstelle zunächst eine Trübungund sehr schnell vorübergehende Blaufärbung, die Flüssigkeit nimmt sehr baldein graugrünes und schliesslich schmutzig-bräunliches Aussehen an unter Ab-scheidung ebensolcher Flocken (Karbolsäure giebt mit Eisenchlorid beständigeblauviolette Färbung). — Löst man 10 Tropfen Kreosot in 10 ccm Weingeistso nimmt diese Lösung auf Zusatz von sehr wenig Eisenchlorid eine durchviolett hindurchgehende Blaufärbung an, welche durch mehr Eisenchlorid inein schmutziges Grün übergeht. (Diese Reaktion kommt dem Guajacol zu.)An der Luft bräunt es sich allmählich und brennt entzündet mit leuchtenderstark rossender Flamme. Von verdünnter Aetzkalilauge wird es aufgelöst undgeht mit Alkalien überhaupt Verbindungen ein. Es fällt Gummi und Eiweiss,nicht aber Leim. Mit conc. Gummilösung bildet es unter Schütteln einebleibend milchige Mischung. In der Wärme reducirt es Lösungen der edlenMetalle. Sein spez. Gewicht schwankt je nach der Zusammensetzung zwischen1,030—1,090, der Siedepunkt liegt zwischen 205 und 220°. In der Kälte biszu 20° wird es zwar dickflüssiger, erstarrt aber nicht. Seine Lösungen in Aetz-kalilauge werden an der Luft sehr bald braun, endlich dunkel und theerartig dick.
Prüfung. Die von dem Arzneibuche vorgeschriebenen chemischenPrüfungen bezwecken fast durchweg den Nachweis fremder Phenole im Kreosot.Dieser Nachweis ist nur dann mit Sicherheit zu führen, wenn der Gehalt anfremden Phenolen ein verhältnissmässig hoher ist. Geringe Mengen fremderPhenole (z. B. aus dem Steinkohlentheer) entziehen sich dem Nachweis.
Für die Beurtheilung der Güte eines Kreosotes sind auch dessen physi-kalische Eigenschaften von Wichtigkeit: Gutes Kreosot ist gelblich gefärbt (sog.Steinkohlentheer-Kreosot ist farblos oder röthlich, unreines Buchenholztheer-Kreosotdunkel gefärbt), von kräftig rauchartigem Gerüche und noch in sehr starkerVerdünnung von dem gleichen Geschmacke. — Gewicht ist ferner darauf zulegen, dass es sich in 120 Tb. kaltem Wasser noch nicht klar löst und dassdie mit 120 Th. siedendem Wasser bereitete klare Lösung sich beim Erkaltenwieder milchig trübt, weil ein Gehalt an Steinkohlenphenolen die Löslichkeitdes Kreosotes in Wasser erhöht. — Beim Erhitzen beginne es nicht vor 205°zu sieden (Karbolsäure erniedrigt den Siedepunkt), gehe zwischen 205 und 220°