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2 (1892)
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129
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Kalium hromatum.

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Chlorid vorhanden sein. Man findet nach der Gleichung: 44,6 : 119,1 = 0,22 : xdie dem Chlorid entsprechende '/,„ - Normalsilberlösung zu 0,58 ccm undhieraus durch Multiplikation mit 0,00745 die Menge Chlorid, welche in 0,3 desSalzes enthalten sein darf (0,58 x 0,00745), zu 0,0043 oder 1,42 Proc.

Zur Ausführung dieser Bestimmung verfährt man folgendermaassen. EinigeKrvstalle, etwa 4 bis 5 gr Kaliumbromid werden zerrieben und im Luftbade bei100° C. ein bis zwei Stunden getrocknet. Man stellt dann eine Lösung desselbenher, welche in 100 ccm genau 3,0 gr des Salzes enthält, misst von dieser ver-mittelst einer Pipette 10 ccm in ein Becherglas ab, verdünnt mit etwa 30 ccmWasser, setzt einige Tropfen Kaliumchromatlösung zu und lässt soviel '/^-Silber-nitratlösung zufliessen, bis die Flüssigkeit durch Bildung von Silberchromatdauernd röthlich erscheint. Eine dauernde Abscheidung des rothbraunen Silber-chromats, Ag 3 Cr0 4 , erfolgt nämlich erst dann, wenn sämmtliches Halogen anSilber gebunden ist. Werden bis zum Eintreten der Endreaktion mehr als25,4 ccm y, 0 Normalsilberlösung verbraucht, so ist mehr als die zulässige MengeChlorid vorhanden und das Präparat ist zu verwerfen; wäre dagegen wenigerals 25,18 ccm '/ 10 Normalsilberlösung erforderlich, so könnte dies von einemJodgehalt herrühren, welcher übrigens auch durch die unter 6 angegebene Prüfungaufgefunden wird.

6. Das Präparat muss frei sein von Kaliumjodid. Man setzt zu 5 ccmder wässerigen Lösung (1 = 20) einige Tropfen Eisenchlorid, welches etwa vor-handenes Kaliumjodid nach folgender Gleichung:

Fe ? Cl 0 + 2KJ = 2FeCl 2 + 2 K Cl -f- 2J

Eisen- Kalium- Eisen- Chlor-

chloiid Jodid cblorür kalium

unter Abscheidung von Jod zersetzt, indem es dabei zu Eisenchlorür reducirt wird.Fügt man nun etwas Stärkelösung zu, so giebt das in Freiheit gesetzte Jod mitdieser eine blau gefärbte Verbindung. Tritt daher bei Ausführung der Reaktioneine blaue Färbung auf, so ist das Präparat jodkaliumhaltig und zu beanstanden.

7. Das Kaliumbromid darf kein Brom eisen enthalten. Versetzt man20 ccm der wässerigen Lösung (1 = 20) mit 0,5 ccm Kaliumferrooyanid, so darfkeine blaue Färbung oder ein solcher Niederschlag auftreten. Da das Eisenauch als Bromür in dem Präparat enthalten sein kann, so ist es zweckmässig,dieses zuerst zu oxydiren, indem man die wässerige Lösung mit einigen TropfenSalpetersäure versetzt und zum Kochen erhitzt.

Aufbewahrung. Das Kaliumbromid wird am zweckmässigsten in mitGlasstopfen verschlossenen Gefässen aufbewahrt.

Anwendung. Die hervorragendste und charakteristischste Wirkimg des Kalium-bromids ist die sedative Beeinflussung des Nervensystems: es wird in Folge dessenbei den verschiedensten Erkrankungen desselben angewendet: Bei Epilepsie aus peripherenAnlässen ist es ein Specificum, man giebt anfangs 1 bis 2 gr und steigt allmählich auf8 bis 10 gr pro die. Will man es als Clysma anwenden, so beginnt man mit 5 gr undsteigt allmählich bis zu 20 gr pro die. Bei Vomitus gravidarum und Eclampsie derWöchnerinnen. Bei Krämpfen der Kinder, Veitstanz, Asthma, Tetanus und Keuchhusten.Als Antidot bei Strychninvergiftung. Als Hypnoticum bei nervöser Schlaflosigkeit,Delirium tremens. Als Sedativum bei geschlechtlichen Aufregungszuständen des Mannesund Weibes. Die Dosis ist im Allgemeinen 0,2 gr — 0,5 gr — 1 gr — 2 gr, mehrmalstäglich in Pulver oder in Lösung.

Aeusserlich findet das Kalium bromatum Anwendung zu Inhalationen beidiphtheritischem Croup, zum Bestreuen fungöser Geschwüre und zu Angenwässern beiLichtscheu. (1 gr in 30 gr dostillirtem Wasser gelöst.)

Lang andauernder Gebrauch grösserer Mengen erzeugt Intoxication (Bromismus),dessen Symptome besonders aeneartiges Ekzem, Gedächtnissschwäche, Blässe, Abmagerungund Zittern sind. Eine Combination von Bromkalium, Bromnatrium und Bromammoniumwirkt sicherer und kräftiger wie jedes einzelne und erzeugt keine Acne.

Brom(salz)wasser nach Erlenmeyer. 4 gr Kalium bromatum 4 gr Natriumbromatum und 2 gr Ammonium bromatum G00 gr kohlensaures Wasser, 1 Tropfen LiquorAmmon. caust.

Kommentar II. J