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Electuarium e Senna.
Das Mischen der vorgeschriebenen Pulver bietet bei kleinen Mengen Schwierig-keiten nicht; bei grösseren Mengen mischt man zweckmässig zunächst durchReiben in einer Schale und schlägt die Mischung alsdann durch ein mittel-feines Sieb.
Die Angabe betreffend die Technik des Zusammenmischens der Latwergenist überflüssig, unklar und unzutreffend; man hätte sich darauf beschränkenkönnen zu fordern, dass die Latwergen gleichmässig gemischt sein müssen. Inder Praxis mischt man in der Regel die Pulver mit der dünneren Flüssigkeitund setzt alsdann die consistentere hinzu. Dies entspricht auch der bei Elect.e Senna gegebenen Vorschrift. Der vom Arzneibuch vorgeschriebene Moduswird sich bisweilen, aber nicht immer, als der zweckmässigere erweisen.
Das Erwärmen der zur Aufbewahrung bestimmten Latwergen hat derenbessere Haltbarkeit zum Ziel, indem das Abtödten von etwa vorhandenenGährungserregern beabsichtigt ist. Will man diesen Zweck erreichen, so darfman sich nicht mit einem nur kurze Zeit währenden Erwärmen begnügen, sondernman muss so lange unter Umrühren erhitzen, bis die Latwerge durch ihreganze Masse hindurch heiss geworden ist. Man füllt sie alsdann zweck-mässig noch heiss in die sehr gut gereinigten Aufbewahrungsgefässe. Die letz-teren sind zweckmässig Porzellanbüchsen mit sehr guter Glasur. Als Auf-bewahrungsort wählt man einen trocknen, luftigen Keller.
Latwergen dürfen weder verschimmelt, noch in Gährung begriffensein. Das Einnehmen dieser wenig anmutbigen Arzneiform unterstützt manzweckmässig durch Pulveroblaten. Die Abgabe der Latwergen zum Gebrauchefür Menschen erfolgt in Porzellankruken.
Electuarium e Senna.
Sennalatwerge; Sennesblätterlatwerge; Eröffnende Latwerge; Electuarium lenitivums. eccoproticum; Electuaire lenitif; Confection de Sene; Lenitive electuary.
1 Theil fein gepulverte Sennesblätter wird zuvörderst mit4 Theilen weissem Sirup und darauf mit 5 Theilen gereinigtemTamarindenmus innig gemischt und das Gemisch im Dampfbade er-wärmt. Sennalatwerge sei grünlichbraun.
Darstellung. Die feingepulverten Sennesblätter werden mit dem weissen Sirupin einer geeigneten Schale aus Porzellan, Zinn oder emaillirtem Eisenblech zunächstinnig gemischt, und erst dann das gereinigte Tamarindenmus zugesetzt. Nachdem einegleichmässige Mischung bewirkt ist, wird das Gemisch unter öfterem Umrühren so langeauf dem Dampf bade erhitzt, bis es durch und durch heiss geworden; nun lässt manunter öfterem Umrühren halb erkalten und bringt das Gemisch in das von alten Restensorgfältig gereinigte, ausgetrocknete Aufbewahrungsgefäss. Es ist bei der Erhitzungunbedingt nöthig, das Gemisch öfter umzurühren, weil sich sonst auf der Oberfläche einehärtere Kruste bildet, die sich später nur schwierig zertheilen lässt.
Eine so hergestellte, am besten an einem kühlen Orte, also im Keller aufbewahrteSennalatwerge hält sich ziemlich lange. Eine nicht genügend erhitzte Latwerge geht,namentlich in der heissen Jahreszeit, sehr schnell in Gährung über und muss dannnochmals im Dampfbade stark erhitzt werden.
Eigenschaften. Die Sennalatwerge soll grünlichbraun sein und darf sichnicht in Gährung befinden. In den heissen Sommermonaten wird man immer-hin gut thun, nicht zu grosse Mengen vorräthig zu halten. Als Aufbe wahrungs-gefässe eignen sich am besten Krausen von Porzellan, welche gut glasirt sind.
Anwendung. Die Sennalatwerge ist ein gelindes Abführmittel für Kinder und Er-wachsene. Dosis 5,0—15,0 gr, am besten in Oblaten gehüllt einzunehmen.