Decoctum Sarsaparillae compositum.
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Unter dem anzuwendenden kalten "Wasser ist, wie sich in der VorredeS. X, 5 ausdrücklich vermerkt findet, destillirtes Wasser zu verstehen, jedochdarf dafür nach der Preuss. Arzneitaxe für 1891 nichts berechnet werden.
Bezüglich der Bemerkung, dass die Flüssigkeit „noch warm abgepresstwerden solle", ist der Schwerpunkt auf das „noch warm" zu legen, imUebrigen die Kolatur nach gewohnter Weise lege artis anzufertigen.
Auszunehmen ist von dieser Regel das Decoctum Condurango, welcheserst nach dem Erkalten zu koliren ist, da die wirksamen Bestandtheile des-selben in der Hitze unlöslich werden und während des Erkaltens wieder inLösung gehen.
Bei der Vorschrift des kalt zu bereitenden Decoctum (radicis)Althaeae und Decoctum Seminum Lini hat man dem äusseren Aussehendieser Arzneien auf Kosten ihres inneren Werthes Concessionen gemacht, welchenicht zu billigen sind und aus einer nächsten Auflage wohl wieder verschwindenwerden. Es genügt, auf den Unterschied im Geruch und Geschmack einer kaltund einer warm bereiteten Eibischabkochung hinzuweisen, um schlagend zu zeigen,dass beide nicht gleichwerthig sind. Ausserdem hat die Empyrie den Werthdes Eibischthees nicht an kalt, sondern an warm bereiteten Abkochungen erprobtund das Volk kocht seinen Eibischthee seit Jahrhunderten. Indessen lässt sichjetzt an der Sache nichts ändern, diese Decocte müssen „kalt gekocht"werden, es sei denn, dass der Arzt die „warme Kochung" (etwa durch Zu-l'ügung von calore paratuni) ausdrücklich verlangt.
Decoctum Sarsaparillae compositum.
Sarsaparill Abkochung; Decoctum Sarsae; Decoctum Zittmanni; Tisane (däcocte) deZittmann; Compound decoction of Sarsaparilla.
20 Theile mittelfein zerschnittene Sarsaparille werden mit520 Theilen Wasser 24 Stunden bei 35—40° stehen gelassen und nachllmzufügung von 1 Theile Zucker und 1 Theile Kali-Alaun in einem be-deckten Gefässe unter wiederholtem Umrühren 3 Stunden lang der Wärmedes siedenden Wasserbades ausgesetzt. Die Mischung wird darauf unterZusatz von 1 Theile gequetschtem Anis, 1 Theile gequetschtemFenchel, 5 Theilen mittelfein zerschnittenen Sennesblättern und2 Theilen grob zerschnittenem Süssholz noch, eine Viertelstunde imDampf bade gelassen, und die Flüssigkeit dann durch Pressen abgeschieden.
Nach dem Absetzen und Abgiessen wird das Gewicht durch Wasser-zusatz auf 500 Theile gebracht.
Geschichtliches. Joh. Friedrich Zittmann war in der ersten Hälfte desvorigen Jahrhunderts Leibarzt des Sächsischen Kurfürsten und Polnischen Königs. Erscheint der Urheber der Zittmann'scheu Decocte gewesen zu sein. Das Zitt-mann'sche Decoct erhielt in seiner ursprünglichen Vorschrift Zusätze von Calomel undZinnober. Im ersten Drittel dieses Jahrhunderts bestritten einige Aerzte, dass Theiledieser Quecksilberpräparate in das Decoct übergehen. Die Folge davon war, dassviele Pharmakopoöen diese Zusätze beseitigten und die Vorschriften entsprechend
abänderten. ... , .
Pharm. Germ. I. hatte ein Decoct. Sarsaparillae compositum fortms und ein Decoct.Sarsaparillae mitius, beide ohne Zusatz von Calomel oder Zinnober aufgenommen, aberausdrücklich angegeben, dass, wenn Decoct. Zittmanni verordnet sei, die Vorschrift des
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