Borax.
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Gegenwärtig aber gewinnt man, wie schon bemerkt, den meisten Borax aus tos-kanischer Borsäure, aus Kalkboraten und Natronkalkboraten.
a) Borax aus Borsäure. Man löst in hölzernen, mit Holz ausgekleideten Ge-fässen mit Hülfe von Wasserdampf krystallisirte Soda in Wasser und sättigt dieseLösung mit roher toskanischer Borsäure (Sassolin); s. S. 52 und 53.
Die geklärte Lösung wird in mit Blei ausgefütterton Krystallisirbehältern zurKristallisation gebracht. Die Krystalle werden einer zweiten Krystallisation unter-worfen. Um recht grosse Krystalle zu erhalten, fügt man bei dieser zweiten Krystalli-sation etwa 5 Proc. kryst. Soda hinzu und lässt die Krystallisation bei sehr langsamerAbkühlung ('/ 3 bis 1 Monat) vor sich gehen, zu welchem Zwecke die Krystallisir-gefässe mit schlechten Wärmeleitern umgeben sind.
Nach Abkühlen auf 27° wird die Mutterlauge abgelassen; die Krystalle werdenmit Schwämmen abgewaschen und sehr langsam völlig erkalten gelassen, damit sienicht Sprünge bekommen.
b) Borax aus Calciumborat, Natrium-Calciumborat etc. (s. S. 53). Manscheidet entweder durch Salzsäure die freie Borsäure ab und verwandelt diese durch Neu-tralisation mit Natriumcarbonat in Borax, oder man gewinnt den letzteren direkt durchZusatz von Natriumcarbonat zu den Lösungen (wobei der Kalk als Calciumcarbonat ab-geschieden wird).
Handelssorten. Im Handel unterscheidet man 1. prismatischen BoraxB 4 0 7 ]STa 2 + 10 H 3 0 mit 47 Proc. Krystallwasser. Dieser Borax ist als Boraxraffinatus in den Preislisten der Drogisten aufgeführt und der offizinelle. 2. Deroktaedrische Borax entspricht der Formel'B 4 0 7 Na 2 + 5 H a 0 rvnd enthältnur 30 Proc. Krystallwasser.
Eigenschaften. Der offizinelle oder prismatische Borax bildetkry stallin i sehe, schwach -weiss bestäubte Salzstücke oder ziemlich grosse Prismenoder schiefe rhombische Säulen. Er ist farblos, durchscheinend, glänzend, ziem-lich hart, auf dem Bruche flachmuschelig und glänzend. Er ist in 15—17 Th.kaltem, in '/ 2 Th. kochendem Wasser, nicht in Weingeist löslich. Der Ge-schmack ist zunächst mildsüsslich, kühlend, nachher laugenhaft. Borax reagirt al-kalisch und bräunt daher Cürcumapapier. Die mit Salzsäure versetzte Lösunggiebt Curcumafarbstoff gegenüber die nämliche Reaktion wie freie Borsäure,(I. h.: bringt man etwas von der mit Salzsäure angesäuerten Boraxlösung aufCürcumapapier, so färben sich die befeuchteten Stellen — besonders beim Trock-nen — braun, welche Färbung durch Betupfen mit Ammoniakflüssigkeit inblau schwarz übergeht. Beim Erhitzen schmilzt er zunächst in seinemKrystallwasser, dann bläht er sich zu einer schneeweissen, schwammigen Masse{Borax calcinatus s. ustus) auf, welche nach Verlust des sämmtlichen Krystall-wassers bei Rothglühhitze zu einer farblosen zähe-flüssigen Masse schmilzt underkaltet ein wasserhelles, sprödes Glas, Boraxglas, darstellt. Der geschmol-zene Borax löst Metalloxyde auf und schützt wie ein Firniss Metalle vor Oxy-dation, daher wird er besonders zum Löthen der Metalle benutzt. Der Boraxhat die besondere Eigenschaft, Schleime, wie z. B. diejenigen des Arab. Gummi,Saleps etc., zu verdicken und starr zu machen. Ein Zuckerzusatz hebt dieseEigenschaft auf.
Krystallisirt Borax aus einer concentrirten Lösung bei 56—80° C, sonimmt er eine oktaedrische Krystallform an. Er enthält alsdann wenigerKrystallwasser und hat ein spez. Gewicht von 1,81. Die Krystalle sind härterund hängen fester aneinander, so dass sie eine klingende Masse bilden. Introckner Luft bleibt dieser Borax unverändert, in feuchter zieht er aber Wasseran und wird trübe.
Borax setzt aus Alkaloidsalzlösungen die Alkaloide in Freiheit, fällt z. B.Morphin und Chinin aus den Salzlösungen und Chinaalkaloide aus dem China-extrakt (Glycerin hindert die Fällung). — Borax löst sich in Glycerin auf(100 Th. wasserfreier Borax und 150 Th. Glycerin geben le Bon's^atrium-glycerinborat), eine solche Auflösung reagirt sauer. — Borax und Natrmmbicar-bonat wirken nicht auf einander ein; durch Vermittelung gewisser hochatomiger