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Lehrbuch der Physik zum Gebrauche bei Vorlesungen und zum Selbstunterrichte : mit 665 Holzsch.
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Photographie.

lichkeit, so giesst man die Flüssigkeit auf die Seite, wascht es mit Wasser und tauchtes in die Losung von unterschwefligsaurem Natron. Dieses wiederholt man mehrmals,während man das Wasser stets in der Mitte darauf giesst. Hierauf wird das Bild, vorStaub geschützt, getrocknet. Um positive Bilder auf Collodium zu erhalten, wendetman das negative Bild gerade so an, wie es bei den positiven Papierbildern beschrie-ben wurde; auch wird die mit Collodium oder Albumin überzogene Glasplatte ganz sobehandelt, wie es bei der Erzeugung der negativen Bilder auf Collodium oder Glasgeschah, nur muss das negative Bild vorher mit einem dünnen Firnissüberzug von Ben-zin versehen sein.

Negative Bilder erscheinen positiv, wenn man sie auf einen dunkeln Grund, ambesten auf schwarzen Sammt legt. Da man die photographischen Arbeiten nicht in derFinsterniss vornehmen kann, so benutzt man den Umstand, dass orangefarbiges Glasfast keine chemischen Strahlen durchlässt, indem man das Tageslicht durch ein solchesin den Arbeitsraum fallen lässt.

Ein neues Verfahren von Dubosq, das Collodium trocken anzuwenden, ist dess-halb sehr bequem, weil die präparirten Glasplatten noch nach langer Zeit brauch-bar sind:

Die auf obige Art sorgfältig gereinigte Glasplatte wird mit Collodium gleichför-mig überzogen und sodann in eine Lösung von 10 Theilen Höllenstein in 100 Wasser,dem man noch 1 Theil Salpetersäure zusetzt, getaucht. Das Eintauchen hat lange ge-nug gewährt, wenn sich beim Herausnehmen die Flüssigkeit gleichförmig zurückziehtund nicht wie auf einem fetten Körper abfliesst. Hierauf wird die Platte mit grössterSorgfalt in destillirtem Wasser gewaschen, bis alles freie Silbersalz entfernt ist undsich das Wasser gleichförmig darauf verbreitet. Man lässt sodann die Platte in senk-rechter Stellung, indem man Fliesspapier unterlegt, im Dunkeln trocknen. Soll einBild auf einer solchen trockenen Platte entstehen, so muss sie ohngefähr doppelt solang als bei dem früheren Verfahren in der Camera obscura bleiben. Man ruft es ent-weder sogleich oder einige Tage nachher durch Eintauchen in 5 Theile Höllenstein auf100 Wasser, 2 bis 3 Minuten langes Trocknen und Uebergiessen mit Pyrogallussäurehervor. Hierauf wascht man sie sorgfältig mit Wasser und flxirt in 100 Theilen unter-schwefelsaurem Natron auf 100 Wasser. Ist die Platte nochmals gewaschen und ge-trocknet, so giesst man eine Schichte Benzin-Firniss darüber. Sobald auch diese ander Luft oder an hellem Feuer getrocknet ist, so wird das Bild vollkommen durchsich-tig und klar.

Die Photographie hat seit ihrer Erfindung so grosse Fortschritte gemacht, dassfast keine Kunst und Wissenschaft besteht, die von ihr nicht Nutzen zieht. Sonnen-finsternisse und Mondcharten werden durch sie mit einer Genauigkeit abgebildet, wiesie keine Zeichnung jemals gab. M.ikroscopische Gegenstände in einer 600- bis 800-maligen Vergrösserung durch ein von Hartnack construirtes Instrument photographirt,zeigen Details, die man mit guten Mikroscopen übersehen hat. Umgekehrt macht manvon Kupferstichen, Landkarten u. s. w. Abbildungen von grosser Schönheit und ver-schiedener Grösse. Um einen Kupferstich oder dgl. im kleinsten Raum abzubilden,macht man erst ein kleines negatives Collodiumbild, und davon, mittelst einer Linsevon sehr kurzer Brennweite, ein zweites noch kleineres bis zu l / 2 Millim. im Durch-messer gleichfalls auf ein Glasplättchen mit Collodium, welches alsdann positiv ist.Durch eine Loupe oder ein Mikroscop sieht man darauf alle Einzelnheiten des gros-sen Kupferstiches wieder. Die Xylophotograpbie vonF '8> * 10 ' Crookts oder die Photographie auf Holzplatten ist

o von grossem Nutzen für die Holzschneider u. s. w.

§. 297.

Zum Nachzeichnen naher Gegenstande dientvorzüglich die Camera lucida von Wollaston,Fig. 410. Sie besteht aus einem sehr reinen Glas-' ------prisma 6 c, dessen Seiten bei 6 und c so ge-schliffen sind, dass ein von d kommenderLichtstrahl bei c und b unter sehr spitzen Win-keln auffallt, und folglich in das Auge bei «reflectirt wird. Das Auge sieht alsdann in derRichtung ae auch zugleich auf das in e be-