Säuren, Oxyde.
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einer schwachen Glühhitze ausgesetzt wird, wobei es 1 M.-G. Sauerstoffabgibt. Die rauchende Salpetersäure ist Salpetersäure mit Untersalpeter-säure beladen. Ausser diesen gibt es noch drei Verbindungen des Stick-stoffs mit dem Sauerstoff, 1 Stickstoff mit 1 Sauerstoff oder Stickoxydul-gas, 1 Stickstoff mit 2 Sauerstoff oder Stickoxydgas und 1 Stickstoff mit 3Sauerstoff oder salpetrige Saure.
3) Die Salzsäure oder Chlorwasserstoffsäure besteht aus 1 Wasser-stoff auf 1 Chlor. Mischt man im Dunkeln gleiche Volumen Chlorgas undWasserstoffgas in einer weissen Flasche und setzt sie nachher dem Son-nenlicht aus, so erfolgt eine Verbindung beider Gase mit heftiger Verpuf-fung. Was man im gewöhnlichen Leben Salzsäure nennt, ist die Auflösungder Chlorwasserstoffsaure in Wasser. Sie ist farblos, raucht an der Luft,und wird durch organischen Staub leicht gelb. Auf der Haut erregt sieeine stechende Empfindung. 2 Theile mit 1 Theil Salpetersaure gibt dasKönigswasser, worin sich Gold und Piatina und andere Metalle auflösen,indem sie sich mit Chlor verbinden und Wasserstoff frei machen.
4) Schweflige Säure wird das beim Verbrennen des Schwefels sicherzeugende, erstickende Gas genannt. Es enthält 1 M.-G. Schwefel und2 M.-G. Sauerstoff. Dieses Gas ist farblos, bleicht organischen Faserstoffund wird vom Wasser absorbirt.
5) Schwefelsäure. 1 M.-G. Schwefel und 3 M.-G. Sauerstoff. Manunterscheidet zwei Arten:
a. Die rauchende oder Nordhäuser Schwefelsäure. Sie ist dunkel-braun, raucht an der Luft, zieht gerne Wasser aus der Luft an und ent-hält theils wasserfreie, theils concentrirte Schwefelsäure.
b. Die englische oder concentrirte Schwefelsäure enthält 18 Vi pC.Wasser. Sie ist farblos oder bräunlich. Beim Vermischen mit Wasser er-hitzt sie sich stark; wesshalb man immer die Säure nach und nach zumWasser giessen muss und nicht umgekehrt.
6) Schwefelwasserstoff' oder Hydrothionsäure , aus 1 Wasserstoff mit1 Schwefel bestehend, ist ein farbloses, stark nach faulen Eiern riechendesGas, welches mit blauer Flamme brennt. Da es vom Wasser verschlucktwird, so findet man es auch in den Schwefelquellen. Gegen viele Metalle,aber hauptsächlich gegen ihre Salze verhält sich die Säure sehr charakte-ristisch, indem sie Schwefelverbindungen mit ihnen bildet, die verschiedeneFarben besitzen. So wird die geringste Menge eines Bleisalzes durch denSchwefelwasserstoff angezeigt, indem die Flüssigkeit dunkelbraun wird;weisser Arsenik und Hydrothionsäure geben den gelben Schwefelarseniku. s. w.
§. 65.
Die Oxyde sind solche Verbindungen des Sauerstoffs mit einfachenoder zusammengesetzten Stoffen, welche nicht zu den Säuren gerechnetwerden können. Wenn sie auch die Eigenschaften der Basen nicht haben,so enthalten sie entweder zu viel Sauerstoff oder zu wenig. Im erstenFalle heissen sie Hyperoxyde, im letzten Suboxyde. Die nicht metallischenOxyde sind keine Basen.
Den Oxyden analoge Verbindungen bilden auch Chlor, Jod, Schwefel u. a.,welche alsdann Chloride, Jodide, Sulphuride etc. heissen. Finden solche Verbindun-gen in zweierlei Verhältnissen statt, wie i. B. zwischen Eisen und Jod, so heisst diemit der geringeren Menge Jod, Eisenjodur, und die mit der grösseren Eisenjodid.