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1 (1884) Anorganische Chemie
Entstehung
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Kohlenstoff.

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1*8 bis 2'5 specif. Gewicht vor, bei Passau in Deutschland, sodannin Böhmen, Mähren und anderen Theilen Österreichs, in England,Grönland, Sicilien, Ceylon, in grossen Massen und von vorzüg-licher Güte in Californien. Künstlich lässt sich der Graphitaus amorpher Kohle durch Auflösen in schmelzendem Eisen er-zeugen, woraus er beim Erkalten krystallisirt.

Gleich dem Eisen und Platin besitzt der Graphit in hohemGrade die Eigenschaft der Schweissbarkeit. Feines Graphitpulverdurch Auspumpen luftfrei gemacht, und dann unter gleichzeitigemErhitzen sehr stark zusammengedrückt, wird zu einer festen, com-pacten Masse von ebenso hohem specifischen Gewichte, wie dernatürliche Graphit. Durch Sägen lassen sich daraus dünne Plattenund Stifte herstellen.

Der dichte Graphit verbrennt nahezu eben so schwer wie derDiamant. Wird fein gepulverter Graphit mit dem dreifachen Ge-wicht chlorsauren Kalis innig gemischt und in einer Retorte mitso viel concentrirtester Salpetersäure übergössen, dass das Gemischsich verflüssigt, dann mehrere Tage lang auf 60° erhitzt oder demdirecten Sonnenlichte ausgesetzt, bis keine gelben Dämpfe sichmehr entwickeln, und diese Operation mehrere Male wiederholt,so ist derselbe in einen hellgelben, aus kleinen durchsichtigenTäfelchen bestehenden Körper umgewandelt von der Zusammen-setzung: CHII4O5. Derselbe ist wenig in "Wasser löslich, reagirtschwach sauer, löst sich in den Alkalien und trägt ganz den Cha-rakter einer Säure. Er hat den Namen Graphitsäure erhalten.

Der in der Natur vorkommende Graphit ist niemals chemischrein, er enthält geringere oder auch grössere Mengen von unorga-nischen Stoffen, welche nach Verbrennen desselben als Aschehinterbleiben.

Der Graphit ist ein sehr geschätztes Material; er findet mehr-fache Verwendung, zunächst zur Herstellung der sogenannten Blei-stifte, sodann zur Bereitung von Schmelztiegeln, der Graphittiegel,wozu ein inniges Gemisch von plastischem Thon und Graphit ver-wandt wird, ferner zum Glätten des Schiesspulvers, in der Galvano-plastik, um aus Guttapercha, Gyps u. s. w. hergestellte, abzufor-mende Gegenstände für den galvanischen Strom leitungsfähig zumachen, endlich zum Schwärzen eiserner Oefen und anderer Eisen-geräthschaftea, welche durch einen Ueberzug von Graphit vor demRosten geschützt werden sollen.