Verbindungen des boes mit den haloiden etc. 313
Die Borsäure hat sich als ein vortreffliches Antiseptikum er-wiesen, und findet neuerdings zu diesem Zwecke mehrfache An-wendung. — Hauptsächlich dient sie zur Darstellung des Borax.
Verbindungen des Bors mit den Haloiden,mit Schwefel und mit Stickstoff.
Borchlorid: BCI3. — Dasselbe entsteht durch Erhitzen vonBor in Chlorgas, oder durch starkes Glühen einer innigen Mischungvon Borsäureanhydrid und Holzkohle in einer Porcellanrohre, wäh-rend trockenes Chlor hindurehstreicht. Letzterer Process verläuftnach der Gleichung: B 2 0 3 + 3C + 6 Cl = 2BC1 3 + 3 CO.Man leitet die Produkte in eine mit Kältemischung umgebeneGlasröhre, worin sieh das Borchlorid als farblose, schon bei 17°siedende Flüssigkeit condensirt, von 1'35 specif. Gewicht, die ander Luft raucht, und sich mit Wasser schnell in Borsäure undChlorwasserstoff verwandelt. — Das Borchlorid vereinigt sich mittrockenem Ammoniakgas zu einer festen, weissen, krystaflinischenVerbindung von der Zusammensetzung: 2 B Cl 3 . 3 H 3 N. Dieselbelässt sich sublimiren, zersetzt sich mit Wasser leicht in Borsäure,Salzsäure und Chlorammonium.
Das Borbromid ist eine farblose, bei 90° siedende Flüssig-keit, dem Chlorid ganz ähnlich.
Borfluorid: BF 3 . — Es ist ein farbloses, schwer condensir-bares Gas von stechendem, erstickendem Geruch, welches an derLuft stark raucht, und, in Folge seiner grossen Verwandtschaftzum Wasser, organische Stoffe, gleich der concentrirten Schwefel-säure verkohlt. Wasser nimmt davon das 700- bis 1000 facheVolum auf. Die Verbindung entsteht durch Erhitzen eines innigenGemenges von 1 Thl. Borsäureanhydrid (oder 2 Thln. entwässertemBorax) und 2 Thln. Flussspath mit 12 Thln. concentrirtesterSchwefelsäure: