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1 (1884) Anorganische Chemie
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Chloestickstoff.

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Wässriges Ammoniak wird durch Chlor zwar noch leichterzerlegt als Chlorammonium, eignet sich aber zur Darstellung desChlorstickstoffs deshalb nicht, weil letzterer von freiem Ammoniakzersetzt wird.

Bei der grossen Gefahr, die das Experimentiren mit dem soexplosiven Chlorstickstoff bereitet, ist es nicht rathsam, grössereMengen davon darzustellen. Um kleinere Mengen zu erhalten,so viel, als genügt, sich mit dem Geruch und den explosivenEigenschaften des Körpers bekannt zu machen, verfährt manzweckmässig auf folgende "Weise:

Eine Schaale aus starkem Blei, etwa 20 cm weit und 10 cmtief, in welcher ein zweites ähnliches, aber viel kleineres Blei-gefäss steht, von etwa 8 cm Weite, wird zu drei Viertheilen mitlauwarm gesättigter, wässriger Lösung von Chlorammonium ge-füllt, dann in derselben eine die nämliche Salzlösung enthaltendecylindrisehe Glasglocke, von etwa 5 cm Weite und 25 cm Höheumgestürzt, und die Glocke, an einem Drahte hängend, frei schwe-bend so gestellt, dass ihre Mündung gerade über dem kleinerenBleigefässe steht. Man leitet nun Chlorgas in die Glocke ein, bisdasselbe die Flüssigkeit daraus ganz verdrängt hat, und lässt hier-auf den Apparat ruhig stehen.

Unter langsamem Steigen der Flüssigkeit in der Glocke siehtman an der Oberfläche derselben gelbe Oeltröpfchen von Chlor-stickstoff sich bilden, welche später in Folge ihrer Schwere her-abfallen, und auf dem Boden der darunter stehenden kleinern Blei-schaale sich ansammeln. Man entfernt vorsichtig die Glocke, wennder grösste Theil des Chlorgases absorbirt ist, nimmt die kleineBleischaale aus der grössern heraus, giesst einen Theil der dieOeltropfen bedeckenden Salmiaklösung ab, und bringt den Chlor-stickstoff zum Explodiren.

Letzteres erreicht man am besten dadurch, dass man amEnde eines Holzstabes eine kleine, mit gewöhnlichem Oele ge-tränkte Feder befestigt, und mit dieser einen der kleinen Oeltropfenauf dem Boden des Bleigefässes berührt. Im Moment der Berüh-rung erfolgt Explosion des ganzen Chlorstickstoffs, wobei die be-deckende Flüssigkeit oft mehrere Meter hoch emporgeschleudertwird, und der Boden des Bleigefässes sich platt drückt.

Die Heftigkeit der Explosion ist so gross, dass ein TropfenChlorstickstoff von der Grösse einer Erbse, der unter Wasser in

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