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1 (1884) Anorganische Chemie
Entstehung
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Jod.

(Chemisches Zeichen: J. Atomgewicht: 127.)

Bis gegen Anfang des Jahrhunderts wurde die Soda ausschliess-lich aus der durch Verbrennen von Seepflanzen erzeugten Asche(Kelp oder Varec genannt) durch Auslaugen mit Wasser und Kry-stallisiren der wässrigen Lösung gewonnen. Als der französischeChemiker Courtois im Jahre 1811 versuchte, die nach demAus-krystallisiren der Soda bleibenden, Chlornatrium enthaltendenMutterlaugen durch Behandeln mit Schwefelsäure und Braunsteinauf Chlor zu verarbeiten, nahm er die Bildung eines prächtigvioletten Gases wahr, dessen Untersuchung ihn zur Entdeckung desJods führte. Die chemische Natur des Jods wurde vier Jahrespäter von Gay-Lussac festgestellt. Es verdankt seinen Namender Farbe seines Gases (lädtjg, veilchenfarben).

Das Jod kommt in der Natur ebenso wenig, wie Chlor undBrom, im freien Zustande vor, sondern nur in Verbindung mitMetallen. Das Jodnatrium ist ein fast nie fehlender Gemengtheildes Kochsalzes, doch sind die Mengen desselben immer äusserstgering. Selbst die Chlornatrium führenden Mineralwässer, welcheverhältnissmässig die reichsten an Jodnatrium (z. B. die Adelheids-quelle in Baiern) sind, enthalten nur so kleine Mengen davon, dassihr Jodgehalt ohne vorausgegangene Concentration durch Ab-dampfen kaum nachweisbar ist.

Viel ärmer an Jodnatrium ist das Meerwasser, und dochliefert uns dieses weitaus die grösste Menge' des zu mehr als2000 Centner jährlich producirten Jods. Diese Production würdenicht lohnend sein, wenn man dazu unmittelbar das Meerwasserbenutzen müsste. Die organische Natur kommt uns hier zuHülfe dadurch, dass die im Meere wachsenden Pflanzen, nament-lich die Fucusarten, das Jod aus dem Meerwasser mit Vorliebeaufnehmen, in sich concentriren. Es sind diese Pflanzen, welche,