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Wasseb.
Temperatur, setzt in der Regel den Theil, welchen sie in derWärme mehr gelöst enthält, beim Abkühlen in fester Form undgewöhnlich in Krystallen ab.
Die heiss gesättigten Lösungen mancher Körper zeigen eineigenthümliches Verhalten insofern, als sie beim ruhigen Stehenwährend des Erkaltens Nichts absetzen. Erst wenn die erkalteteLösung mit einem festen Körper berührt wird, oder wenn einStaubpartikelchen aus der Luft hineinfällt, beginnt plötzlicheKrystallisation und bei manchen Salzlösungen, z. B. der vonGlaubersalz, eine so reichliche Abscheidung des Salzes, dass dasGanze davon zu einer festen Masse gesteht. — Man nennt solcheFlüssigkeiten übersättigte Lösungen. Das Wasser selbst be-sitzt eine ähnliche Eigenschaft. Es kann in ganz reinen, fett-freien Gefässen bei ruhigem Stehen mehrere Grade unter 0° er-kältet werden, ohne zu gefrieren. Die geringste Erschütterungaber reicht nachher hin, um es plötzlich durch und durch in Eiszu verwandeln.
Das Wasser ist auch ein Lösungsmittel für viele Flüssig-keiten, z. B. Schwefelsäure, Alkohol, Glycerin. Da in diesenFällen die Lösung gegenseitig ist, das Wasser sich eben so wohlin Schwefelsäure wie die Schwefelsäure in Wasser löst, so pflegtman zu sagen, Schwefelsäure und Wasser, oder Alkohol undWasser mischen sich mit einander. Häufig geschehen solcheMischungen, z. B. bei den genannten Stoffen, in jeglichem Ver-hältniss, bei manchen anderen Stoffen nur im beschränkten Ver-hältniss. Wasser und Aether lösen einander gegenseitig auf, siemischen sich, aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Eine dieseGrenze überschreitende Menge von Aether bleibt auf dem Ge-misch schwimmen.
Das Wasser ist endlich ein Auflösungsmittel für Gase. Manchederselben, wie Salzsäure und Ammoniak, werden davon in grössterMenge (bis zum 800 fachen Volum und darüber) und dann stetsunter erheblicher Wärmeentwickelung gelöst in Folge der Aen-derung des Aggregatzustandes, andere lösen sich in geringeremMaasse, wie die Kohlensäure und der Sauerstoff, noch andere,wie Wasserstoff und Stickstoff, nur sehr wenig. Tn allen Fällen,wo bei Aufnahme von Gasen durch Wasser keine beständigechemische Verbindung erzeugt ist, lassen sich die gelösten Gasedurch Kochen wieder austreiben, so die Kohlensäure und das