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Die Wein-Rebe und ihre Früchte, oder Beschreibung der für den Weinbau wichtigeren Wein-Reben-Arten nach einem naturgemässen Classifikationssystem : ein Beitrag zur Naturkunde des Weinstocks
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Lage, etwas leichten Soden und bei niederer Erziehungsart mit Zapfen, einen sehr haltbaren, ttarken und kräftigen Wein geben, dem jedoch dasfeine Souquet des ächten Nitslingweins abgeht. Die Charactcre der gedachten Sorten sind )u sehr verschieden von denen des ächten Nitslings, alsdieselben in die gleiche Ordnung eingereiht werden könnten; daher solche in der allegirten Schritt mit Necht als besondere Unterart bezeichnetworden sind.

Dagegen glauben wir hier noeh einer Sorte erwähnen )u dürfen, welche uns durch die Gefälligkeit des Herrn Kessler in Ctslingen miteinem Sortiment der vorherrtehenden Traubensorten der Champagne im Jahr 1828 übersendet worden ist. Dieselbe wird dort, insbesondere inAve)e, unter dem Nameniln plant äore", mit welchem man in der Champagne mehrere weitse Traubensorten benennt, gebaut, und, gleich demweitsen ?iueau, zur Lereitung mussirender Weine verwendet. Die Traube gleicht in Grötse und Form dem Nitsling, nur ist sie etwas länglichter,meist ohne Achscln; der Traubenttiel ist Kur), dünn; der öeerenttiel kurz, warzig; die Leeren sind etwas grötser als die des Nitslings, rund,gelblich, mit braunen üäppehen, mit dünnem Salge, hartem Fleitehe, sütsem, weinigtem Getehmaeki ohne das ausgezeichnete, feine öouquet desNitslings; das Nebhol? ist tchlank, rothbraun gettreit't, ohne Puncte; der Snotenabttand )wei Zoll; die Anoten wenig erhaben; die Anospen diek,wollig; das Matt ist rund herzförmig, dreilappig, mit erweiterter Grundlineht, kur)en Seitenbuchten, ungleichen, ttumpten Zähnen, die Obertläehesattgrün, unten mit etwas ablösbarer Wolle, dünnen Nerven und mittellangem Mattttiele. Da hienach das Slatt und das Nebholz mehr demweifsen Clevner ähnlieh sind, so bildet diese Nebe den Uebergang von gedaehter Sorte )um Nitsling; sie ist übrigens als Weingart - Nebe tehonaus dem Grunde )u beachten, weil die Traube )ur Bereitung des Champagnerweines verwendet wird, von weleher in der Negel alle geringerenWeintrauben ausgetchlossen sind. Ob solche dicsclbc Sorte sey, welche v. Heintl, S. 173, neben dem rothen Nitsling unter dem Namen "dergelbe oder Goldritsling" antührt, diets konnten wir nicht beurtheilen, da dort durchaus keine besonderen Charaetere angegeben sind, sondern nurbemerkt ist, dats letztere sieh von dem weitsen Nitsling durch die Farbe der Trauben unterteheide; dagegen teheint diese Nebe der XXIX. Unterart,welche v. tZabo und Metzger, S. 160, unter dem NamenChampagner" betchrciben, ganz gleich, oder doch verwandt zu seyn.

L. Bekannte Verbreitung.

Der kleine, weitse Nitsling, mit der ertten Epoehe der Neredlung des rheinländitehen Weinbaues in die milderen Umgebungen des Mittelrheinsverpflanzt, darf mit Neeht als der Stammvater des edeln Nheinweines betraehtet werden. Denn tehon seit mehreren Jahrhunderten )eiehnen sichdort die dureh ihren ausgedehnten Handel mit edlen Nheinweinen bekannten (Orte Hochheim, taubenheim, Geitsenheim, Ellfeld n. s. w., noch mehraber die Weinptlanzungen der reichen Grundbesitzer im Nheingau, der Johannisberg, der Grätenberg bei Aidrieh, der Markebrunn bei Hattenheim,der Steinberg bei der ehemaligen Abtei Lberbaeh, der rothe Serg bei Geisenheim, durch ihren faft anstehliefsliehen San des kleinen Nitslings ans.Dieselbe edle Nebe erzeugt, in Verbindung mit dem Orlean, den köttliehen Nüdesheimcr und Scharlachbcrger; in der Seimitchung von etwa ^Traminer die tiebtrauenmilch bei Wol ms; mit Orlean und Silvanern oder Ellilingeu den Nierentteiner, Dienheimer und den Cngehöller von Oberwesel;die Hekenweingärten des obern Nahe- und Glan-Thals sind ebentalls tatt mit lauter Nitslingen beptlanzt; bei dem Weinbau an der obern Moselwird zwar der Clbling die vorherrtchcnde Sorte, aber doch erhebt eine Mitchnng von Nitslingen das Gewächs von Manneberg, Sraunenberg,Sisport, )u der Classe der vor)üglieheren Moselweine. Der Nitsling würzt, wie wir oben bemerkten, die Traminerweine am Haardtgcbirge, vonDeidesheim, Fortt und Wochenheim, dann den Lautenbacher, üisselberger und Hubberger bei Weinheim an der Sergttratse und den Alingelbergerbei Oberkirch und Durbach.

In dcn Maingegenden und im Taubergrunde tindet man, jedoch nur selten, auch den rothen Nitsling.

tlon den Utern des Nheines verbreitete sich ohne Zweitel sehon in dcn ältetten Zeiten der kleine, weitse Nitsling in die besseren Weingeländedes untern und mittlern Neckars und in die angränzenden Thäler der Enz, wo er zwar einige Zeit von minder edlen, aber ergiebigeren Nebsortenverdrängt war, durch die Mitwirkung ökonomiteher vereine aber bereits wieder seinen verdienten Nut behauptet, und in mehreren Pflanzungen imNeekarthale, besonders in Ober- und Untertürkheim, in Uhlbaeh, im Nemsthale )u Stettcn und Lleinheppaeh, dann bei Heilbronn und imWeinsberger Thale, im Sehalekstein bei Setsigheim, im Eilkinger Serge u. t. w. in günstigen Zähren ein Gewächs geliefert hat, welches den edlerenNheinweinen an die Seite gesetzt werden darf.

Als Beweis, welches vor)ügliche Gewächs der Nitsling selbst in Geländen, welche tür den Weinbau minder günttig sind, in guten Jahrengewähren kann, führen v. Sabo und Metzger, S. 1kl), das Crzeugnits der grotsherzoglieh Sadentehen Weinberge in Maurach am Sodensee imJahr 1831 an, die mit den betsern Nheinweinen hinsiehtlieh ihrer Sütse und ihres Gehalts concurriren können.

In den österreiehitehen Staaten wird nach Heintl der Nitsling in vielen Gegenden gerne, aber, wie es teheint, nur selten rein geptlanzt;doeh bildct derselbe, besonders in den Weinptlanzungen bei Wien, mit dem Silvaner die vorherrtchcnde Sorte, und gibt dort, mit einigen andernweitsen <i.raubcusorten, aut den tehönen, südlieh oder südöttlieh gelegenen Hügeln, welche durch den rückwärts gelegenen Aahlenberg vor dcnkalten Nordwinden getehützt sind, die sogenannten Gebirgsweine, unter wclehcn besonders das Gewäehs von Grünzing, Nutsdort, Meidling undGumpoldskirehen in der benaehbarten Hanptttadt oft selbtt dem Nheinweine vorgezogen wird.

Aueh in dem Weitskireher Gebirge, im Sanat, bemerkt Sehams in seinem II. Lande über den nngaritehen Weinbau S. 389 sei) unterden vom Nheine eingewanderten Traubensorten der edle Nitsling (illiriteh genannt) sehr verbreitet und von den Winzern sehr

getehätzt, nur werden seiue Früchte, von der wärmern Sonne getrieben, hier etwas grötser und tütser; duher, bei dem Uebermaatse an Znckerttotk,der dicscr Traube eigenthümliehe Gewürzgctchmaek minder vorherrtchcnd tey. Auch in Wcrtchez tey in trüherer Zeit der kleine Nitsling häutiger alsjetzt gcwcsen, wovon die verlassenen Nebenptlanzungen der höheren Serge deutliehe Spuren zeigen. Obgleich demnach dicse edle Nebe aueh türsüdlich»ie Weinptlanzungen sehr zu emptehlen ist, so teheint solehe doeh in Italien und Frankreich, nach dcn Nebenbetehreibungen, die wir kennen,bis jct?t weilig verbleitet zu seyn. Weiligttens tüljrt Zullieil diese Nebe unter dem NamenI^issIinA nur unter den Traubensorten des

Depaltements des Ober-- und Niedenheins mit der Semerkung aut, dats dieselbe dort den betten Wein erzeuge, welcher sich vor andern durchStärke, angenehmen Getehmaek und Haltbarkeit auszeiehue.

Die Angabt v. Heintls, wonach selbtt dei berühmte weitse Conttantiawein und der Malaga in Spanien dem Nitsling ihre Nor)ügeverdanken sollen, möchte noeh nicht übcr allcn Zweitel erhaben seyn. Denn im Widertprueh mit derselben versichert Jullien, S. 487, die beiden