Druckschrift 
2 (1838) Kryptogamen
Entstehung
Seite
93
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

=

E X I D I A

U B I C ü L A

V D A B. 93

Kiotzsch mr. 147.

Düsseid. off. Pill. Lief. 11. T. 15 (nat. Übers. T. 2). Hrouibh. t 5 f. 50.Exidia Auricida. Wallr. II. 559.

Thon(s4s) spricht von giftigen Eigenschaften. Sonst hat man solche meines Wissens an demunter den Benennungen Judasohr, Holunderschwamm, Fungus sambucinus p.p. als imbe-deutendes Arzneimittel ' ä44 > früher häufig gebrauchten Pilze ( ä46 > nie bemerkt.

Ordnung: Gastromycetes* Bauchpilze.

(Lycoperdaceae Aut.)

Unterordnung: Atig'lOf/aslres. GefäSSbÜUClie.

Gattung: Phallus. Ruthenpilz.

Les Phallus sont veneneux et fetides'*, sagt DeCandolIe (Propr.322); aber P. caninus stinktnicht und über seine Wirkung wissen wir gar nichts; die ausländischen, sehr wenig bekannten Ar-ten hat De Candoiie vermuthlich auch nicht im Sinne gehabt; es bliebe demnach nur P.impudicusübrig, von welchem sogleich.

Phallus impudicus.

Phallus impudicus £.inn. Ellr.7.12 f. 3. a, b. Trat*. Östr. f. 18. Fr. S. m. II. 283< ä4 «>.Konbieu in Ann. de la Soc. Linn. de Par. V. 495; m. Abb.(l). Cord. 1. 10 f. 1. Alb. t. 21. (mit-telm.). Hook. Fl. Lond. c. ic. (t) Wallr. II. 55G. Hrombh. III. 16; t. 18 f. 10 - 25. Phallus foe-üdus Sow. «rev. t. 213, 214.

Er wird von mehreren, namentlich älteren, Schriftstellern ( 54r ' unter den Giftpilzen aufgeführt,doch ohne Beweis. Zwar könnte seine hie und da volksthümliche Anwendung, als Aphrodisiacumbei Tkieren< 548 ) und gegen Gicht( ö49 > und andere Krankheiten bei Menschen< ä5 °), auf eine nichtganz unbedeutende Wirkung schliessen lassen. Aber von den durch Hertwig (S.405) und liroinb-liolz angestellten Versuchen an Säugethieren bestätigte nur Ein Versuch von HertwIgCssi) dieWirkung als Aphrodisiacum; die übrigen, namentlich die zahlreichen Versuche von Burombiioias an

(543) Thon , «1. Botanik in ihrer prakt. Anwend. Frei n. d.Franz. (von Brierre u. Pottier). Ilmenau 1S2S. S. 197.

(544) In weinigem Aufguss p. p. gegen Wassersüchten; eineAbkochung in Milcli zum Gurgeln bei Halsentzündungen; derPilz in Substanz zur Application kalter Umschlage aufs Auge.

(545) Den man wohl nicht mit Cordier (29) ein hefti-ges Purgans nennen darf.

(546) Fries giebt an, er zeige »ichJove tonante, aestrrte" ;aber er findet sich auch noch den Octobcr hindurch (wie schonSchäffer bemerkt), und schon deshalb nicht bloss bei oder kurznach Gewittern, weil das Ei vom Herausbrechen aus der Erdebis zum vollständigen Platzen über eine Woche, Stiel und Hutzur voUständigcn Entwickelung f -1 Tag brauchen, und dann derPilz sich noch einige Tage zu halten pflegt, ehe der Stiel umfälltund nun das Ganze allmählig verwest. (So habe ich es 1836 anvielen Exemplaren, welche ich individuell Verfolgte, beobachtet.)

(547) Citate «. b. Xrombh.

(54S) Das Ei des Pilze» getrocknet und gepulvert, bisweilennoch mit etwa» Geistigem eingegeben. Die BenennungenBrunstkugel, vielleicht auch Schelmen-Ei, - Lurch

oder -Pfifferling, deuten auf jene Wirkung hin; die Be-nennung Hirschbrunst dagegen (und zwarHirschbrunstüber der Erde", dennHirschbrunst unter der Erde" istSlapTiomyces g-rarmlatus Fr.) auf das Jägermährchen, dass dieHirsche zur Brunstzeit seine Entstehung veranlassen. Eine zugrosse Quantität des als Aphrodisiacum dargereichten Mittel» (Ollbei Kühen bisweilen Abortus bewirkt haben.

(549) Daher die Benennungen Gicht MoTthel oder-Schwam in.

(550) Nach Grev. in HoUand auch äusserlidb zu Umschlagengegen Rheumatismen.

(551) In welchem der noch im Ei befindliche Pilsin Substanz angewendet wurde; ein alter Hengst zeigte auf15 (hientch. nach 2 Stunden, 4 Stunden hindurch, sehr deutlichBegattungstrieb. In' einem Versuche hei Krombholai (III. 19)dagegen zeigte eine 4 mal so grosse Quantität des noch im K»befindlichen Pilzes, in Fleischbrühe gekocht, bei einem H<""iekeine Wirkung. Aber Krombholz (III. 20) gab auch wieder-holt männlichen Säugethieren den Pilz im Zustande de9 bis zumBersten entwickelten Eies roh, in grossen Quantitäten, ohneErlolg.